Google Ads Layout überarbeitet: Gesponserte Ergebnisse sind ausblendbar
Google ändert die Darstellung von Anzeigen in der Suche. Textanzeigen werden nun unter einem gemeinsamen Header „Gesponserte Ergebnisse“ gruppiert, ergänzt um einen Button „Gesponserte Ergebnisse ausblenden“, mit dem der Block eingeklappt werden kann. Das Update betrifft auch Shopping-Anzeigen und rollt seit 13.10.2025 global auf Desktop und Mobile aus. Um einschätzen zu können, welche Bedeutung diese Neuerung hat, habe ich die wichtigsten Stimmen aus der Branche zusammengefasst und spannende Beobachtungen über mein eigenes Klickverhalten festgehalten. Wie genau ich die Auswirkungen auf dieser Grundlage einschätze und warum ich dieses Update für sehr gefuchst halte, erkläre ich dir weiter unten.
📘 Auf einen Blick
In diesem Beitrag erfährst du:
- Was sich geändert hat: Screenshots von allen Änderungen, detailliert erklärt.
- Warum das Update relevant sein könnte: Meinungen erfahrener Marketer & SEA Spezialisten.
- Warum das Update für mich ein trojanisches Pferd ist: Mein Klickverhalten & meine Verwirrung.
- Welche Änderungen zu erwarten sind: CTR wird beeinflusst, Positionierung wird noch wichtiger.
- Wie du jetzt reagieren kannst: Meine Handlungsempfehlungen
Was hat sich konkret geändert?
Seit dem 13. Oktober 2025 zeigt Google Anzeigen in der Suche in einem neuen Layout an. Statt wie bisher jede Anzeige einzeln mit einem kleinen Label wie „Anzeige“ oder „Sponsored“ zu kennzeichnen, werden jetzt alle bezahlten Ergebnisse zu einem gemeinsamen Block zusammengefasst. Dieser Block trägt den neuen, deutlich sichtbaren Header „Gesponserte Ergebnisse“.
Innerhalb dieses Bereichs können wie gewohnt bis zu vier Textanzeigen erscheinen, sowohl über als auch unter den organischen Treffern. Am Ende des Blocks befindet sich nun zusätzlich ein Button „Gesponserte Ergebnisse ausblenden“. Wer darauf klickt, kann den gesamten Anzeigenabschnitt einklappen und damit ausschließlich organische Ergebnisse sehen.
Der Header bleibt beim Scrollen oben auf der Seite sichtbar und macht es so jederzeit möglich, die gesponserten Ergebnisse wieder anzuzeigen. Das neue Layout betrifft nicht nur klassische Textanzeigen, sondern auch Shopping-Anzeigen, die künftig mit dem Label „Gesponserte Ergebnisse“ markiert werden.
Gleichzeitig ist das Update global aktiv, auf Desktop und Mobilgeräten, und gilt für alle Google-Suchergebnisseiten. Auch in Kombination mit AI Overviews, die ober- oder unterhalb des neuen Anzeigenblocks erscheinen können.

Warum Google dieses Update eingeführt hat:
Offiziell begründet Google das neue Layout mit dem Ziel, die Navigation in der Suche zu vereinfachen und die Transparenz zwischen bezahlten und organischen Ergebnissen zu erhöhen. Nutzer sollen schneller erkennen, welche Ergebnisse gesponsert sind, ohne dass die Anzeigen selbst größer oder aufdringlicher wirken.
Gleichzeitig reagiert Google damit auf regulatorische Anforderungen: In den vergangenen Jahren wurde das Unternehmen mehrfach aufgefordert, Werbung deutlicher zu kennzeichnen, um eine klare Trennung von organischen Treffern sicherzustellen. Mit dem zusätzlichen Button „Gesponserte Ergebnisse ausblenden“ möchte Google zudem zeigen, dass Nutzer künftig mehr Kontrolle über ihr Sucherlebnis haben. Sie können Anzeigen zwar nicht vollständig deaktivieren, aber zumindest temporär ausblenden. Warum ich beim Testen kurzzeitig an mir selbst gezweifelt habe, liest du im Kapitel über mein eigenes Klickverhalten.
Hinter dieser UX-orientierten Argumentation steckt jedoch auch eine strategische Dimension: Das neue Gruppierungssystem ermöglicht Google, Anzeigenflächen flexibler zu verwalten, insbesondere im Zusammenspiel mit AI Overviews. Der „Gesponsert“-Block kann oberhalb oder unterhalb dieser KI-generierten Zusammenfassungen platziert werden. Das ist ein klarer Hinweis darauf, dass Google sein Anzeigeninventar an die neue, AI-zentrierte Sucherfahrung anpasst. Wenn du dich für AI-Mode, AI Max und AI Overviews interessierst, lies gerne unsere Blogbeiträge dazu.
Warum das Update relevant ist: Stimmen aus der Branche
Seit dem Rollout des neuen Layouts sorgt die Änderung für intensive Diskussionen unter erfahrenen Google-Ads-Spezialisten. Während Google von mehr Transparenz und besserer Nutzerführung spricht, zeigen erste Rückmeldungen aus der Praxis ein deutlich komplexeres Bild. Mehrere renommierte Marketer berichten, dass sie selbst versehentlich auf Anzeigen geklickt haben. Und das, obwohl sie seit Jahren täglich mit Google-Ads-Konten arbeiten.
Der Grund: Durch die neue Gruppierung wirkt der Anzeigenblock visuell wie ein homogener Teil der Suchergebnisse. Die klare Trennung zwischen bezahlten und organischen Treffern verschwimmt, da nicht mehr jedes einzelne Ergebnis als Ad gekennzeichnet wird. Matta Kumar sagt dazu (aus dem Englischen übersetzt) „Scheinabr bin selbst ich darauf hereingefallen und habe auf die gesponserten Anzeigen geklickt, weil oben irgendwo „Gesponserter Beitrag“ stand, aber wenn man nach unten scrollt, steht das dort nicht mehr.“
Auf die Frage (aus dem englischen übersetzt) „Hast du unbeabsichtigt auf eine Google-Anzeige geklickt, seit Google das neue Layout mit der Gruppierung unter „Gesponserte Ergebnisse“ eingeführt hat?“ einer X-Umfrage von Berry Schwartz haben 63% von 368 Teilnehmenden mit „JA“ geantwortet. Glenn Gabe, ein erfahrener SEA Spezialist, antwortete auf diese Umfrage: „Ja, ich will mir gar nicht vorstellen, wie es normalen Usern dann ergeht. 🙂 $$$“. Damit äußert er die Befürchtung, dass User ohne SEA-Know-How ordentlich Geld in Googles Kassen spülen. Alles durch unbeabsichtigte Klicks auf Ads.
Mehrere Branchenbeobachter vermuten daher, dass Google kurzfristig von höheren Klickraten profitieren könnte, da sich das Nutzerverhalten zunächst anpassen muss. Langfristig könnte das jedoch das Vertrauen in Suchanzeigen beeinträchtigen, wenn Nutzer wiederholt feststellen, dass sie unbeabsichtigt auf Werbung klicken.
Kurz gesagt: Während Google das Update als Schritt zu mehr Klarheit darstellt, sehen viele SEA-Spezialisten darin eine Feinjustierung zugunsten höherer Anzeigeninteraktionen – mit spürbaren Auswirkungen auf CTR, CPC und die Auswertung von Suchintentionen.
Warum das Update für mich ein trojanisches Pferd ist: Meine Beobachtungen
Anfängliche Irritation:
Als ich das neue Layout zum ersten Mal gesehen habe, war ich ehrlich gesagt völlig irritiert. Ich konnte nicht klar erkennen, welche Ergebnisse eigentlich gesponsert waren: Die oberhalb oder unterhalb des „Ausblenden“-Buttons? Mein Auge ist seit Jahren darauf trainiert, die kleine Kennzeichnung „Anzeige“ oder „Gesponsert“ direkt über einem Suchergebnis zu erkennen. Diese Orientierungspunkte fehlen nun.
Aus Kontrolle wurde Verwirrung:
Ich habe deshalb mehrmals auf „Ausblenden“ und „Einblenden“ geklickt und irgendwann schlicht vergessen, welche Ergebnisse tatsächlich bezahlt waren, weil kein großer Vorher-Nachher-Effekt entsteht. In einem schnellen Rechercheprozess, wie er bei einer Produktsuche üblich ist, ging der Überblick komplett verloren. Auch, weil die organische und die gesponserte Anzeige vom Aufbau her identisch aussehen. Am Ende habe ich einfach auf das Ergebnis geklickt, das mich inhaltlich angesprochen hat. Unabhängig davon, ob es organisch war oder nicht.
Fehlwahrnehmung durch F-Pattern:
Mit der Zeit ist mir noch etwas aufgefallen: Selbst wenn ich gesponserte Ergebnisse ausgeblendet hatte, habe ich organische Treffer fälschlicherweise für Werbung gehalten. Das liegt am bekannten F-Shaped Reading Pattern, denn Nutzer lesen in Suchergebnissen meist nur die ersten Wörter einer Zeile. Wenn dort „Gesponserte Ergebnisse einblenden“ steht, lese ich nur flüchtig „Gesponserte Ergebnisse“. Das Gehirn setzt diese Information automatisch mit dem darauffolgenden Ergebnis in Verbindung. Ergebnis: Organische Ergebnisse werden als Ads gelesen. Ups.

Clevere Platzierung:
Verstärkt wird die Verwirrung durch das große, sticky Label „Gesponserte Ergebnisse“, das auch über organischen Treffern für einen ganz kurzen Moment sichtbar bleibt. Statt Klarheit zu schaffen, entsteht der gegenteilige Effekt: Die Grenze zwischen Werbung und organischen Ergebnissen verschwimmt in meiner Wahrnehmung weiter.
Was ich besonders clever, oder besser gesagt: strategisch finde, ist die Position des neuen Buttons. Um Ads auszublenden, muss man zunächst an ihnen vorbei scrollen. Die Werbefläche wird also zwingend gesehen, bevor sie verschwindet. Auch wenn man den Button danach klickt, war die Sichtbarkeit bereits da – der Eye-Contact, der Eindruck, der Markenname. Aus Marketingsicht brillant. Aus Nutzersicht irritierend, denn ich soll mit dem Update doch die Kontrolle darüber haben, was ich sehe?

Falsche Sicherheit:
Ein weiteres Detail: Nachdem ich die ersten gesponserten Ergebnisse ausgeblendet hatte, bin ich davon ausgegangen, dass damit alle Ads auf der Seite verschwinden. Dass weiter unten erneut welche auftauchen könnten, war für mich nicht ersichtlich. Im Vertrauen darauf, nur noch organische Resultate zu sehen, habe ich erneut auf eine Anzeige geklickt. Schon wieder ein Ups-Moment.
Shopping-Anzeigen lassen sich außerdem gar nicht ausblenden. Diese bleiben permanent sichtbar, was das Gefühl vermeintlicher Kontrolle eher relativiert.

Daten bestätigen meinen Verdacht:
Meine Beobachtungen decken sich mit aktuellen Analysen aus der Branche. Cori Shirk, SEO-Direktorin bei Seer Interactive, hat dazu zahlreiche CTR-Daten ausgewertet. Ihr Ergebnis:
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69 % der Kampagnen verzeichneten steigende Klickraten seit Einführung des neuen Layouts.
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Die durchschnittliche CTR stieg von 11,4 % auf über 13 % und steigend innerhalb von drei Wochen.
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Laut Shirk handelt es sich dabei nicht um eine normale Schwankung, sondern um einen statistisch signifikanten Anstieg (4,8 Standardabweichungen über dem 12-Wochen-Mittelwert).
Mein Fazit:
Dieses Update wird unter dem Versprechen präsentiert, den Nutzern mehr Kontrolle zu geben. In Wirklichkeit sorgt es für mehr Verwirrung, mehr Sichtkontakte und mehr unbeabsichtigte Klicks. Auch Kolleginnen und Kollegen aus meinem Team konnten das bestätigen: Fehlklicks passieren deutlich häufiger als zuvor. Google schafft den Eindruck von Transparenz, doch das Design ist so geschickt aufgebaut, dass die Anzeigen zwangsläufig gesehen werden, bevor man sie überhaupt ausblenden kann. Präsentiert als Geschenk der Nutzerfreundlichkeit, entpuppt es sich bei genauerem Hinsehen als clever getarntes Geschäftsmodell. Ein echtes trojanisches Pferd. Trotzdem bleibt abzuwarten, wie stark sich Nutzer an das neue Layout gewöhnen und wie das Angebot des Ausblendens gesponserter Ergebnisse angenommen wird. Womöglich wird es nach wenigen Wochen schon zur absoluten Normalität, Ads auszublenden. Was wir natürlich nicht hoffen.
Welche Änderungen zu erwarten sind: CTR und Positionierung
Mit dem neuen Layout steht fest: Die CTR wird sich verändern, allerdings nicht gleichmäßig. Durch die Gruppierung der Anzeigen, den neuen Header und den „Ausblenden“-Button entsteht eine neue Dynamik im Klickverhalten.
Kurzfristig: Mehr Klicks, mehr Verwirrung
In den ersten Wochen nach dem Rollout ist mit steigenden CTRs zu rechnen. Viele Nutzer klicken unbewusst auf Ads, weil der neue Block wie ein normaler Teil der Suchergebnisse wirkt. Dadurch entstehen mehr Sichtkontakte, aber auch mehr Fehlklicks. Für Werbetreibende bedeutet das: kurzfristig mehr Traffic, jedoch nicht zwingend mehr qualifizierte Nutzer.
Mittelfristig: Anpassung des Nutzerverhaltens
Mit der Zeit werden erfahrene Nutzer lernen, den Anzeigenblock zu erkennen oder auszublenden. Die CTR wird sich stabilisieren, aber die Klickverteilung verschiebt sich, so meine Hypothese:
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Position 1–2 gewinnen an Wert – sie werden auch vor dem Ausblenden noch gesehen.
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Position 3–4 verlieren Reichweite, da sie übersprungen und dann ausgeblendet werden.
Die reine Ausspielung reicht künftig vielleicht nicht mehr. Entscheidend ist vermutlich die Präsenz vor dem Ausblenden.

Langfristig: Position wird zum strategischen Fakto
Wenn sich das Verhalten eingependelt hat, wird der „Gesponserte Ergebnisse“-Block zu einem festen Bestandteil der SERP-Struktur. Wer oben erscheint, profitiert dauerhaft von Markenpräsenz und Aufmerksamkeit.
Für alle anderen gilt: Gute Platzierung für mehr Sichtbarkeit.
Wie du jetzt auf „Gesponserte Ergebnisse ausblenden“ reagieren kannst
Damit du auf die Veränderungen durch das neue Layout reagieren kannst, lohnt sich jetzt ein klarer Fokus auf Sichtbarkeit, Kontrolle und Datenauswertung.
1. Sichtbarkeit aktiv sichern
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Top-Positionen priorisieren: Optimiere Anzeigenrang und Qualitätsfaktor gezielt, um in den oberen Slots (1–2) sichtbar zu bleiben.
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Anzeigentexte verdichten: Platziere das wichtigste Keyword und deinen USP direkt am Anfang der Headline – genau dort, wo Nutzer im F-Pattern zuerst hinsehen.
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Sitelinks klar strukturieren: Ergänze prägnante, navigationsorientierte Unterlinks, um Fehlklicks abzufangen und Relevanz zu signalisieren.
- In SEO investieren: Wenn sich User an das Ausblenden gesponserter Ergebnisse gewöhnen (was ich persönlich nicht glaube), wird es umso wichtiger in den organischen Ergebnissen sichtbar zu sein.
2. Daten genau beobachten
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CTR- und CPC-Veränderungen messen: Setze Annotationen im Konto (13.10.2025) und vergleiche Zeiträume vor und nach dem Update.
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Positionen getrennt auswerten: Analysiere Leistung von Platz 1–2 vs. 3–4, um Budget gezielt zu verschieben.
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Brand vs. Non-Brand trennen: Navigationssuchen reagieren besonders sensibel – unnötige Brand-Klicks vermeiden.
3. Shopping und PMax überprüfen
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Feedqualität verbessern: Titel, Bilder und Attribute sauber pflegen – Shopping-Anzeigen bleiben immer sichtbar.
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PMax-Kampagnen segmentieren: Top-Performer separat führen, um unprofitable Impressionen zu vermeiden.
4. UX- und Kommunikationsmaßnahmen
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Landingpages prüfen: Konsistente Botschaften zwischen Anzeige und Seite reduzieren Fehlklicks und Absprünge.
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Stakeholder informieren: Kurzbriefing im Team oder an Kunden, damit CTR-Schwankungen richtig eingeordnet werden.
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