AI Overviews & Gemini Ads: Was sich in Q3 2026 wirklich ändert und wie ihr jetzt die Weichen stellt
Die Google-Suche, wie wir sie kannten, gibt es in dieser Form nicht mehr. Wer heute nach etwas sucht, bekommt in den meisten Fällen keine Liste mit blauen Links, aber eine KI-generierte Zusammenfassung, die die Frage direkt beantwortet. Das verändert das gesamte Spielfeld für bezahlte Werbung.
In diesem Artikel liefern wir dir einen Überblick zum aktuellen Status in Sachen KI und bezahlter Werbung, prognostizieren was in Q3 2026 auf Advertiser zukommt und sprechen erste Handlungsempfehlungen für diese Veränderungen aus.
Du erfährst:
- Die neue Google-Suche: Drei Oberflächen
- Was die Zahlen sagen: CTR-Einbrüche und die Chance dahinter
- Wie Werbung in der KI-Suche heute aktuell funktioniert
- Was in Q3 kommt: Gemini Ads und der nächste Schritt
- Was das für Kampagnen bedeutet
- AI Max: Der Einstieg in die neue Suchumgebung
- Fazit
1. Die neue Google-Suche: Drei Oberflächen, die ihr kennen müsst

Google hat seine Suche in den letzten 18 Monaten grundlegend umgebaut. Das hat mittlerweile jeder mitbekommen. Das Ergebnis sind drei KI-Oberflächen, die für Advertiser unterschiedliche Regeln mitbringen.
AI Overviews
AI Overviews sind die KI-generierten Zusammenfassungen, die oben in den klassischen Google-Suchergebnissen erscheinen. Sie sind kein Beta-Feature mehr: Laut aktuellen Daten erscheinen AI Overviews mittlerweile bei 48 % aller Google-Suchanfragen, ein Anstieg von 58 % gegenüber dem Vorjahr. In Bereichen wie Healthcare (88 %) und Education (83 %) sind sie bereits die dominierende Darstellungsform. Zu Anfang traten die AI Overviews hauptsächlich bei W-Fragen auf den Plan, mittlerweile aber auch bei generischeren Suchanfragen.
Google AI Mode
Der Google AI Mode ist Googles konversationelle Suchumgebung, sozusagen ein privater Chat-Partner direkt in der Google-Suche. Nutzer können Folgefragen stellen, Produkte vergleichen und Entscheidungen treffen, ohne Google zu verlassen. Der Google AI Mode hat bereits über 75 Millionen täglich aktive Nutzer. Suchanfragen dort dauern im Durchschnitt dreimal länger als klassische Suchanfragen. Die Nutzer sind tiefer im Entscheidungsprozess, bevor sie überhaupt auf eine Anzeige stoßen. Um Verwirrung zu vermeiden: Der Google AI Mode wird im Deutschen übrigens oft Google KI Modus genannt, ist aber ein und dasselbe.
Gemini App
Die Gemini-App ist Googles eigenständiger KI-Assistent, der nicht an die klassische Suche gebunden ist. Nutzer führen hier komplexe Gespräche, planen Projekte und recherchieren. Gemini gibt Antworten, die auf dem gesamten Google-Ökosystem aufbauen. Aktuell gibt es in der App noch keine bezahlten Anzeigenplatzierungen. Wie lange das so bleibt, dazu mehr in Abschnitt 4.
2. Was die Zahlen sagen: CTR-Einbrüche und die Chance dahinter
Bevor es um Chancen geht, müssen die Auswirkungen benannt werden, die die KI-Suche bereits heute hat.
Quellen: Search Engine Land, Search Engine Journal / SISTRIX
Seer Interactive hat über 3.100 informationelle Suchanfragen aus 42 Organisationen analysiert, mit insgesamt 25 Millionen organischen Impressions als Datenbasis. Der CTR-Einbruch ist konsistent und reproduzierbar. Hier handelt es sich also keineswegs um einen Ausreißer oder ein Einmal-Phänomen.
Die andere Seite der Medaille: Marken, die in AI Overviews als Quelle zitiert werden, erhalten 35 % mehr organische Klicks und 91 % mehr bezahlte Klicks als Marken, die nicht zitiert werden. Oder andersherum. Hier treffen wir auf das Henne-Ei-Problem: Werden die Quellen so oft zitiert, weil sie organisch bereits sehr gut ranken oder ranken die Quellen besonders gut, weil sie von KI zitiert werden? Die Wahrheit liegt meist irgendwo dazwischen.
Insgesamt kann man aber festhalten: Ziel ist nicht mehr nur, auf Position 1 zu ranken, sondern auch von der KI als vertrauenswürdige Quelle zitiert zu werden.
3. Wie Werbung in der KI-Suche aktuell funktioniert
Werbung in der KI-Suche ist keine Zukunftsvision. Sie ist bereits Realität und entwickelt sich schnell.
Anzeigen in AI Overviews
Google hat Anzeigen im groben Zusammenhang mit AI Overviews in drei Varianten eingeführt, die sich in Platzierung und geografischer Verfügbarkeit unterscheiden.
Oberhalb und unterhalb der AI Overview Box können bestehende Search-, Shopping- und Performance Max-Kampagnen ausgespielt werden. Das gilt in allen 200+ Märkten, in denen AI Overviews verfügbar sind, also auch in Deutschland. Allerdings gibt es weder gezieltes Targeting noch Reporting auf dieser Ebene. Advertiser können weder steuern, ob ihre Anzeige neben einer AI Overview erscheint, noch sehen sie in der Auswertung, wann das der Fall war.
Die deutlich weitergehende Variante, Anzeigen direkt innerhalb der AI Overview Box, ist aktuell ausschließlich in den USA verfügbar, auf Englisch, für Mobile und Desktop. Ein Rollout für Deutschland oder den deutschsprachigen Raum ist nicht angekündigt.
Fazit für Advertiser in Deutschland: Echte Ads in AI Overviews gibt es hierzulande noch nicht. Was existiert, ist eine passive Möglichkeit, mit bestehenden Kampagnen neben AI Overviews zu erscheinen. Steuerbar oder messbar ist das bislang nicht. Hier kannst du mir zu Anzeigen und Übersichten mit KI lesen.
Anzeigen in AI Mode: Direct Offers
Direct Offers ist ein Google Ads Pilot, der es Werbetreibenden erlaubt, exklusive Rabatte direkt innerhalb von AI Mode auszuspielen. Das Prinzip: Der Advertiser hinterlegt Rabattaktionen und Promo-Codes im Merchant Center Feed. Googles KI entscheidet dann eigenständig, wann ein Nutzer kaufbereit genug ist, um das Angebot zu sehen. Ausgespielt wird es als „Sponsored Deal“, also transparent gekennzeichnet.
Das Kostenmodell ist CPC, also identisch mit normalen Shopping Ads. Google zieht das bestehende Budget und Billing-System des Advertisers heran, es gibt kein separates Preismodell. Was der Advertiser nicht steuern kann: wann, wo und an wen das Angebot erscheint. Keyword-Targeting, Placement-Kontrolle oder manuelle Trigger gibt es nicht. Die Ausspielung liegt vollständig bei der KI.
Google Ads-Liaison Ginny Marvin beschrieb das Format so: Direct Offers sei weniger ein klassisches Anzeigenformat und mehr ein Verkäufer, der im richtigen Moment ein konkretes Angebot unterbreite.
Was heute in DE gilt: Für Deutschland ist Direct Offers aktuell nicht verfügbar. Das Pilot-Programm läuft ausschließlich in den USA, mit ausgewählten Partnern wie Petco, e.l.f. Cosmetics, Samsonite und Shopify-Händlern. Einen offiziellen Rollout-Zeitplan für Europa hat Google bislang nicht kommuniziert. Wann das Format für den DACH-Markt kommt, ist offen.
Universal Commerce Protocol
Am 11. Januar 2026 hat Google das Universal Commerce Protocol vorgestellt, kurz UCP. Es ist ein offener Standard, der es KI-Agenten ermöglichen soll, Käufe direkt innerhalb von Googles KI-Oberflächen abzuwickeln, von der Produktsuche bis zum Checkout, ohne dass der Nutzer eine externe Website besucht. Entwickelt wurde der Standard gemeinsam mit Shopify, Etsy, Wayfair, Target und Walmart, und wird von über 20 weiteren Partnern unterstützt, darunter Adyen, Mastercard, Visa, Stripe und Zalando.
Was heute in den USA möglich ist: Checkout direkt in AI Mode und der Gemini-App, zunächst für Target und Walmart. Shopify-Händler sind ebenfalls integriert. Der Standard ist öffentlich einsehbar und kann technisch implementiert werden.
Was für Deutschland gilt: Aktuell nicht verfügbar. Die ersten UCP-Features laufen ausschließlich in den USA. Eine Expansion nach Europa ist für 2026 grundsätzlich geplant, offizielle Termine gibt es nicht. Laut einer Analyse von Merkle war der In-App-Checkout über UCP im Februar 2026 von deutschen IP-Adressen noch nicht nutzbar. Für DACH-Händler ist UCP heute kein operatives Werkzeug, sondern ein Infrastrukturprojekt, das beobachtet werden sollte. Wer jetzt Merchant-Center-Daten sauber strukturiert und Produktfeeds vollständig pflegt, ist besser positioniert, wenn der Rollout kommt.
4. Was in Q3 2026 kommt: Gemini Ads und der nächste Schritt
Im Dezember 2025 berichtete Adweek exklusiv: Google hat mindestens zwei große Werbekunden in separaten Gesprächen darüber informiert, dass Anzeigenplatzierungen in der Gemini-App für 2026 geplant sind. Details zu Formaten, Preisgestaltung und Testzeitraum wurden nicht kommuniziert. Auch Searchperts gegenüber, hat ein Google-Berater den Rollout für Deutschland erst diese Woche bestätigt. Er nannte neben Gemini auch die AI Overviews und den Google KI Modus als Plattformen.
Laut searchengineland.de dementierte Google den Bericht offiziell. Dan Taylor, VP of Global Ads, sage, es gebe „keine aktuellen Pläne“ für Gemini-Anzeigen. Gleichzeitig bestätigte Google SVP Nick Fox, dass Anzeigen in Gemini „nicht ausgeschlossen“ seien und dass Learnings aus dem AI Mode-Advertising „wahrscheinlich übertragbar“ sein würden.
Man muss kein Hellseher sein, um das einzuordnen. AI Mode läuft bereits mit aktiven Shopping-Experimenten. Die Frage ist nicht ob Gemini monetarisiert wird, die Frage ist wann.
Wer jetzt versteht, wie Werbung in konversationellen KI-Umgebungen funktioniert, hat einen strukturellen Vorteil, sobald Gemini Ads, AI Overview Ads und Google KI Modus Ads offiziell live gehen. Wenn du jetzt wartest, bis die offizielle Ankündigung kommt, ist es so, als würdest du mit 6 Monaten Rückstand starten. Empfehlen, können wir das definitiv nicht.
5. Was das für deine Kampagnen bedeutet
Drei Veränderungen, auf die dich als Advertiser jetzt vorbereiten solltest:
Von Keyword-Match zu Semantic Match
Google nutzt für die KI-Suche Vector Embeddings statt klassischem Keyword-Matching. Eine Anzeige wird nicht mehr daran gemessen, ob sie das exakte Keyword enthält, sondern ob der Inhalt semantisch zur Nutzeranfrage passt. Landingpages müssen thematisch tief, inhaltlich konsistent und auf echte Nutzerfragen ausgerichtet sein. Das betrifft direkt die Asset-Qualität in Search- und Performance Max-Kampagnen: Wer generische Anzeigentexte und dünne Landingpages hat, wird in einer KI-gesteuerten Ausspielungslogik systematisch schlechter performen.
Von Single-Intent zu Conversational Bidding
Wie das Bidding in AI Mode technisch funktioniert, hat Google bislang nicht im Detail dokumentiert. Was bekannt ist: Suchanfragen in AI Mode sind dreimal länger als klassische Suchanfragen, und Nutzer durchlaufen mehrere Gesprächsschritte bevor sie eine Kaufentscheidung treffen. Wie sich das auf Gebotsstrategien konkret auswirkt, bleibt abzuwarten.
Unsere Einschätzung: Wahrscheinlich wird nicht mehr auf den einzelnen Suchbegriff geboten, sondern auf die Kaufwahrscheinlichkeit eines Nutzers im Gesprächsverlauf. Wer Top-Funnel-Fragen abdeckt, sichert sich dann früh Sichtbarkeit, die über mehrere Interaktionen hinweg wirkt. Das würde bedeuten, dass enge Keyword-Strukturen zunehmend an Relevanz verlieren und Kampagnen breiter aufgestellt werden müssen. Bestätigt ist das nicht, es ist aber die logische Konsequenz aus dem, was Google über das Nutzerverhalten in AI Mode kommuniziert hat.
Hinweis zu E-E-A-T und Schema Markup
Wer in AI Overviews als Quelle zitiert werden will, braucht strukturierte Inhalte und eine saubere technische Basis mit Schema Markup. Das ist jedoch eine SEO- bzw. GEO-Maßnahme, kein SEA-Hebel. Sie beeinflusst die organische Sichtbarkeit in KI-generierten Antworten, hat aber keinen direkten Einfluss auf bezahlte Kampagnen. Die 3 wichtigsten SEO-Maßnahmen für KI-Sichtbarkeit haben wir bereits für dich zusammengefasst. Für Advertiser, die beides im Blick haben, ist es trotzdem relevant: Wer organisch als Quelle zitiert wird, genießt einen Vertrauensvorsprung, der sich mittelbar auf die Anzeigenperformance auswirken kann.
Wenn du Unterstützung dabei brauchst, dein Setup für die KI-Suche fit zu machen, melde dich bei uns.
Wir schauen uns dein Google Ads Konto im Detail an und zeigen dir, was du konkret verbessern kannst.
6. AI Max: Der Einstieg in die neue Suchumgebung
AI Max ist eine Kampagnenfunktion für Suchkampagnen, die zwei Kernmechanismen kombiniert: semantisches Keyword-Matching ohne feste Keyword-Listen und automatische Anpassung von Anzeigentexten in Echtzeit. Das System analysiert Landingpages, bisherige Anzeigen und Suchverhalten, um Anzeigen dort auszuspielen, wo die Conversion-Wahrscheinlichkeit am höchsten eingeschätzt wird.
Ein wichtiges Detail: AI Max kann Nutzer auf andere Landingpages einer Website weiterleiten als ursprünglich hinterlegt, nämlich auf die Seite, die die KI für eine konkrete Suchanfrage für am relevantesten hält.
Laut Google-internen Daten steigert AI Max die Conversions bei Nicht-Retail-Advertisern im Schnitt um 14 % bei gleichbleibendem CPA oder ROAS. Für Kampagnen, die bisher stark auf Exact und Phrase Match gesetzt haben, liegt der Wert laut Google bei bis zu 27 %. Diese Zahlen stammen aus Googles eigenen Daten und sind mit Vorsicht zu genießen. Retail-Advertiser sind explizit ausgeschlossen, und unabhängige Studien zeigen ein deutlich differenzierteres Bild.
Für alle, die noch Dynamic Search Ads betreiben: Ab September 2026 werden DSA-Kampagnen eingestellt und in AI Max überführt. Wer den Wechsel auf den letzten Moment schiebt, überlässt Google die Kontrolle über die Migration.
Wenn du tiefer in die technische Funktionsweise von AI Max einsteigen willst, findest du auf unserem Blog eine ausführliche Erklärung aller Features, Einstellungen und Stolperfallen: Google AI Max erklärt.

Wie wir AI Max testen
Aus unseren eigenen Tests der vergangenen Monate haben wir zwei Ansätze entwickelt, mit denen sich AI Max kontrolliert einführen lässt:
- Safe-Test-Ansatz: AI Max wird parallel zur bestehenden Kampagne als Experiment aktiviert. Performance-Unterschiede lassen sich so sauber messen, ohne das bestehende Setup zu gefährden.
- Performance-Ansatz: Direkte Aktivierung von AI Max in einer dedizierten Kampagne mit generischen Suchbegriffen. Geeignet für Accounts, die bereits auf breite Match-Strukturen setzen und bereit sind, der KI mehr Steuerungsspielraum zu geben.
Welcher Ansatz für einen Account passt, hängt von Kampagnenhistorie, Budget und Risikobereitschaft ab. Die Ergebnisse aus unseren Tests veröffentlichen wir in Kürze.

7. Fazit
Die KI-Suche ist keine kommende Disruption. Sie läuft. AI Overviews erscheinen bei fast jedem zweiten Google-Suchergebnis. Shopping-Anzeigen laufen in den USA bereits im AI Mode. Und die Weichen für Gemini Ads werden gerade gestellt.
Advertiser, die jetzt verstehen, wie semantisches Matching, konversationelles Bidding und E-E-A-T zusammenspielen, werden einen strukturellen Vorteil gegenüber allen haben, die auf die offizielle Ankündigung warten.
Googles Vice President/General Manager, Ads & Commerce, Vidhya Srinivasan hat es auf den Punkt gebracht: „We aren’t just bringing ads to AI experiences in Search; we are reinventing what an ad is.“
Du brauchst Unterstützung?
Als Google Ads Agentur sehen wir täglich, wie viel Budget verschwendet wird. Die Gründe dafür sind unterschiedlich, aber wir kennen jeden einzelnen davon. Wenn du wissen möchtest, welche konkreten Optimierungen bei dir den größten Impact haben, vereinbare jetzt ein kostenloses Erstgespräch mit unserem Team.
![]()
Über Searchperts
Searchperts ist eine auf Google Ads spezialisierte SEA-Agentur mit Sitz in Düsseldorf. Seit 2019 betreuen wir über 100 Marken, haben mehr als 119 Millionen Euro Werbebudget verwaltet und dabei über 800 Millionen Euro E-Commerce-Umsatz für unsere Kunden generiert.
Als 3-facher Google Premier Partner und einer der Top 3% aller Google Partner in Deutschland testen wir AI Max und neue KI-Formate aktiv in Kundenaccounts, noch bevor sie zum Standard werden.
Auf unserem Blog, Youtube und LinkedIn teilen wir, was wir in echten Accounts lernen, damit du keine Zeit mit Experimenten verschwendest, die wir schon gemacht haben.