Tschüss Dynamic Search Ads – Hallo AI Max?
Google macht ernst. Was im April 2026 als Ankündigung im offiziellen Google Ads Blog auftauchte, ist mittlerweile beschlossene Sache: Ab September 2026 verschwinden die klassischen Dynamic Search Ads (DSA) aus Google Ads. An ihre Stelle tritt AI Max, das KI gestützte System, das Google bereits seit Monaten in der Beta testet. Die Migration läuft automatisch und betrifft auch automatisch erstellte Assets (ACA) und Broad Match auf Kampagnenebene.
Wenn du Werbung im E Commerce schaltest, solltest du jetzt aufhorchen, denn die Umstellung verändert die Logik, mit der deine Anzeigen ausgespielt werden, fundamental.
In diesem Beitrag liest du:
- Warum DSA für E-Commerce Unternehmen mit großem Sortiment so wichtig waren
- Was sich ab September 2026 für deine Google Ads Kampagnen konkret ändert
- Wo der Wechsel zu AI Max echte Risiken birgt
- Wie du dein Konto jetzt vorbereitest, damit dich die Zwangsmigration nicht kalt erwischt
Warum DSA überhaupt eingeführt wurden
Bevor wir über das Ende sprechen, kurz ein Schritt zurück. Warum gab es Dynamic Search Ads überhaupt?
Stell dir vor, du betreibst einen Online Shop für Baustoffe. Dein Sortiment umfasst 40.000 Artikel: Schrauben in 200 Größen, Dichtungsringe in 80 Varianten, Werkzeuge, Maschinen, Verbrauchsmaterial. Jetzt sollst du Google Ads schalten. Klassischerweise heißt das: Pro Produkt oder Produktgruppe eine Anzeigengruppe, eigene Keywords, eigene Anzeigentexte, eigene Landingpages. Bei 40.000 Artikeln ein Aufwand, der jedes Marketing Team in den Wahnsinn treibt.
Genau für diesen Fall hat Google die DSA gebaut. Die offizielle Google Doku formuliert das eindeutig: DSA sind ideal für Werbetreibende mit gut ausgebauten Websites oder großem Inventar. Das System zog sich Headlines und Landingpages automatisch aus deiner Website. Du musstest also nicht mehr für jedes Produkt eine eigene Anzeige schreiben.
Wir bei Searchperts haben durchaus auch Konten gesehen, in denen genau dieser Aufwand betrieben wurde. Bei einem unserer Kunden aus der Baubranche fanden wir eine eine einzige Search Kampagne mit rund 200 Anzeigengruppen vor. Jede einzeln gepflegt, jede mit eigenen Keywords und eigenen Texten. Genau diesen Aufwand wollte Google mit DSA eigentlich überflüssig machen. Viele E Commerce Unternehmen sind dem gefolgt und haben aktuell DSA produktiv im Einsatz, oft seit Jahren. Genau diese Unternehmen müssen jetzt aufpassen.

Was Google offiziell verkündet hat
Brandon Ervin, Director of Product Management bei Google Ads, hat die Eckdaten in seinem Beitrag klar formuliert:
- AI Max verlässt die Beta Phase
- Ab September 2026 werden bestehende DSA, ACA und Broad Match Kampagnen automatisch auf AI Max umgestellt
- Neue DSA Kampagnen kannst du dann weder im Interface noch im Editor noch über die API mehr anlegen
- Google verspricht durchschnittlich 7 Prozent mehr Conversions oder Conversion Value bei ähnlichem CPA oder ROAS, wenn du das volle Funktionspaket aus Search Term Matching, Text Customization und Final URL Expansion nutzt
Klingt erstmal nach einem netten Plus. Allerdings gilt das ausschließlich für Nicht Retail Werbetreibende und basiert auf Googles internen Daten. Eine unabhängige Verifizierung dieser 7 Prozent gibt es nicht. Wir bei Searchperts schauen uns solche Versprechen daher mit gesunder Skepsis an.
Der Knackpunkt: DSA ist nicht AI Max, auch wenn Google das so verkauft
Hier wird es kritisch. Google bewirbt die Migration als sanftes Upgrade. So als wäre AI Max dasselbe wie DSA, aber mit mehr KI. Auch die Migration wird ähnlich simpel erklärt: Du machst nichts, deine Kampagnen werden überführt, alles läuft weiter. Das klingt erstmal charmant, ist aber technisch eine deutliche Veränderung.
DSA hat folgendes gemacht: Das System hat deine Website gecrawlt, hat aus dem HTML Content Headlines generiert und Suchanfragen mit deinen Landingpages gematcht. Die Logik war im Kern eine Inhalts Matching Logik. Was steht auf der Seite, wer sucht danach, fertig.
AI Max funktioniert anders. Das System nutzt nicht nur deinen Website Content, es zieht auch Echtzeit Signale aus dem Nutzerverhalten heran, interpretiert Suchintentionen semantisch und schreibt deine Anzeigentexte dynamisch um. Die Black Box wird größer, das Matching unvorhersehbarer. Das beschreibt auch die deutsche Fachpresse kritisch.
Was bedeutet das praktisch? Wenn du als E Commerce Unternehmen mit DSA gut gefahren bist, weil dein Tracking sauber war und das Matching nachvollziehbar lief, dann verlierst du genau diese Nachvollziehbarkeit. Eine Anzeige für Edelstahl Schrauben M8 verzinkt kann ab September auf eine Suchanfrage wie robuste Schrauben für Außenbereich gematcht werden, weil die KI eine semantische Verbindung sieht. Das kann gut funktionieren, muss es aber nicht.
Drei Punkte, auf die du achten solltest
Punkt 1: Final URL Expansion verändert deine Landingpage Logik
AI Max kann Nutzer auf eine andere Landingpage schicken als die, die DSA bisher ausgewählt hätte.
Konkretes Beispiel: Du betreibst einen Schuh-Shop und hast eine gut konvertierende Kategorieseite /damen/sneaker/weiss/ aufgebaut. Filter, Größenberater, Trust Elemente und Bewertungen sind sauber eingebunden. DSA hat bisher diese Kategorieseite bei der Suche nach weiße Damen Sneaker ausgewählt. AI Max kann nun stattdessen entscheiden, dass die Produktdetailseite eines einzelnen weißen Sneakers besser passt.
Das Risiko: Wenn deine Produktdetailseiten weniger Cross Selling Elemente haben oder der Größenberater dort weniger prominent ist, kann die Conversion Rate sinken.
Das Potenzial: AI Max trifft diese Entscheidung nicht zufällig. Das System erkennt, wenn eine Suchanfrage sehr spezifisch ist (etwa weiße Nike Air Force 1 Damen Größe 38) und schickt den Nutzer direkt auf die passende Detailseite. Das spart einen Klick im Funnel und bringt Nutzer schneller zur Conversion. Voraussetzung ist, dass deine Produktdetailseiten gut gepflegt sind mit klaren Beschreibungen, guten Bilder, Bewertungen, Lieferinformationen und allen relevanten Trust Signale. Wer hier ohnehin sauber arbeitet, profitiert von der Funktion. Wer seine PDPs vernachlässigt hat, hat jetzt einen guten Anlass, das zu ändern. Wie man PDPs in Zeiten der KI-Suche optimiert, liest du in unserem Blog zur KI-Sichtbarkeit.
Punkt 2: Text Customization gibt der KI Schreibrechte
Bei DSA wurden Headlines aus deinem Website Content generiert. Du wusstest also ungefähr, was rauskommt. AI Max schreibt deine Anzeigentexte aktiv um.
Konkretes Beispiel: Du bist Anbieter für Nahrungsergänzungsmittel und hast deine Anzeigen rechtlich abnehmen lassen. Eine Headline lautet Magnesium Kapseln, hochdosiert. AI Max kann daraus dynamisch Hilfe bei Krämpfen mit Magnesium machen, weil das System diesen Kontext aus den Inhalten deiner Produktseite schließt. Damit bewegst du dich jedoch im Bereich gesundheitsbezogener Aussagen nach der Health Claims Verordnung der EU.
Das Risiko: In sensiblen Branchen wie Finanzen, Gesundheit, Pharma oder Recht können solche Umformulierungen zu Compliance Problemen führen.
Das Potenzial: AI Max gibt dir die Werkzeuge an die Hand, das aktiv zu steuern. Du kannst Schreibregeln definieren und verbotene Wörter hinterlegen. Damit weißt du, welche Begriffe in deinen Anzeigen nie auftauchen werden. Im selben Zug erstellt die KI hunderte kontextspezifische Anzeigenvarianten, die du manuell nie schreiben würdest. Eine Suche nach Magnesium gegen Stress bekommt eine andere Headline angezeigt als Magnesium für Sportler, beide thematisch passend, beide innerhalb deiner Schreibregeln. Das ist Personalisierung in einem Maßstab, den DSA nie geboten hat.
Punkt 3: Search Term Matching erweitert deine Reichweite
Das semantische Matching erweitert die Suchanfragen, bei denen du ausgespielt wirst.
Konkretes Beispiel: Du verkaufst hochwertige Outdoor Jacken im Premium Segment, durchschnittlicher Warenkorb 280 Euro. Bei DSA wurdest du bei Suchanfragen wie Hardshell Jacke wasserdicht oder Trekkingjacke Damen ausgespielt. AI Max kann dich nun auch bei günstige Regenjacke einblenden, wo dein Preisniveau nicht passt.
Das Risiko: Mehr Reichweite kann auch mehr Streuverlust bedeuten, wenn du nicht aktiv steuerst.
Das Potenzial: Genau diese semantische Erweiterung erschließt dir aber auch Suchanfragen, die du mit klassischen Keywords nie abgedeckt hättest. Outdoor Jacke für Norwegen Wanderung oder atmungsaktive Jacke für Bergsteiger Anfänger sind hochrelevante Anfragen, die kaum jemand als Keyword bucht. AI Max erkennt die Intention dahinter und spielt deine Anzeige aus. In unseren A/B-Tests bei Searchperts haben wir genau hier oft die Volumenzuwächse gesehen, die AI Max so attraktiv machen. Mit sauberen Negativlisten und Brand-Ausschlüssen schließt du die unpassenden Anfragen aus und behältst die wertvollen. Das ist zwar mehr Arbeit am Anfang, kann sich aber auszahlen.
Der Migrations Fahrplan: Was passiert wann?
Google hat einen zweistufigen Plan vorgelegt.
Phase 1: Freiwillige Upgrades (läuft bereits)
Du kannst deine Kampagnen jetzt schon aktiv umstellen. Für DSA Nutzer hat Google eine Upgrade-Möglichkeit bereitgestellt, die historische Daten und Einstellungen in die neuen Standard Anzeigengruppen übernimmt. ACA und Broad Match Nutzer bekommen Pop ups im Interface.
Phase 2: Automatische Migration (ab September 2026)
Ab September wird zwangsmigriert. Was passiert konkret?
- DSA Nutzer: Dynamic Ad Groups werden in Standard Anzeigengruppen überführt. Alle drei AI Max Features (Search Term Matching, Text Customization, Final URL Expansion) werden aktiviert. Deine bisherigen URL Steuerungen bleiben erhalten.
- ACA Nutzer: Search Term Matching und Text Customization werden standardmäßig aktiviert.
- Broad Match Nutzer: Search Term Matching wird standardmäßig aktiviert.
Bis Ende September soll die Migration für alle berechtigten Kampagnen abgeschlossen sein.

Warum du der automatischen Migration nicht blind vertrauen solltest
Genau hier liegt der Kern. Google sagt, deine Einstellungen werden gespiegelt, deine Performance bleibt stabil. Das ist die offizielle Linie. In der Praxis sehen wir aber, dass automatische Umstellungen in Google Ads selten ohne Auffälligkeiten ablaufen. CPCs ändern sich, Impression Shares verschieben sich, Conversion Volumen schwankt. Das passiert auch ohne aktive Migration. Mit aktiver Migration umso mehr.
Wer im September einfach abwartet, läuft Gefahr, dass:
- die KI sofort alle drei AI Max Features aktiviert, ohne dass du die Wirkung getestet hast
- deine sorgfältig gepflegte URL Steuerung durch Final URL Expansion umgangen wird
- deine Anzeigentexte umgeschrieben werden, ohne dass du die Varianten freigegeben hast
Heißt im Klartext: Die automatische Überführung von DSA in AI Max ist kein Selbstläufer. Du solltest die Migration aktiv begleiten, nicht passiv über dich ergehen lassen.
Unsere kritische Einschätzung
Ich will ehrlich mit dir sein. AI Max bringt echte Vorteile, gerade für Werbetreibende mit weniger Ressourcen. Wer kein Inhouse Team hat, das täglich Kampagnen pflegt, profitiert von der Automatisierung.
Es gibt aber drei Punkte, die mich nachdenklich machen.
Erstens: Die versprochenen 7 Prozent mehr Conversions sind ein Mittelwert. In unseren eigenen A/B Tests haben wir Konten gesehen, die deutlich über diesem Wert performen, und solche, die schlechter abschneiden. Pauschale Versprechen sind im Performance Marketing fast immer unscharf.
Zweitens: Die Kontrolle wandert weiter weg. Wenn du in deinem Reporting nicht mehr nachvollziehen kannst, warum eine Anzeige bei welcher Suchanfrage ausgespielt wurde, wird Optimierung zur Glaubensfrage. Ohne saubere First Party Daten und ohne ein robustes Conversion Tracking wird es eng.
Drittens: Google hat ein wirtschaftliches Interesse an dieser Umstellung. Mehr Automatisierung bedeutet mehr Inventarvermarktung und das ist nichts anderes als ein Geschäftsmodell. Sei dir bewusst, dass du als Werbetreibender Kontrolle gegen Komfort eintauschst.
Was du jetzt konkret tun solltest
Wenn dein Konto im E Commerce läuft und du gewachsene Strukturen hast, ist Abwarten die schlechteste Option. Hier ist unsere Empfehlung.
1. Konto Audit durchführen
Schau dir an, welche Kampagnen DSA, automatisch erstellte Assets oder Broad Match nutzen. Mach eine Liste der betroffenen Strukturen. Bei großen Konten mit 100 oder mehr Anzeigengruppen lohnt sich das jetzt umso mehr.
2. Tracking auf Sauberkeit prüfen
AI Max lebt von guten Conversion Signalen. Wenn dein Tracking lückenhaft ist, lernt die KI falsch. Enhanced Conversions, Server Side Tracking und saubere Attribution gehören zur Pflicht.
3. Asset Qualität erhöhen
Lege jetzt mehrere Varianten von Überschriften und Beschreibungen an. Acht bis fünfzehn Überschriften, vier oder mehr Beschreibungen. Das ist die Trainingsgrundlage für AI Max.
4. Brand Sicherheit absichern
Nutze Marken Ausschlüsse, definiere Standortkontrollen, arbeite mit Text-Richtlinien und erstelle umfangreiche Negativlisten. Die Steuerungselemente sind da. Du musst sie aktiv setzen.
5. Mit One Click Experiments testen
Google bietet One Click Experiments an, mit denen du AI Max gegen deinen aktuellen Setup testen kannst. Nutze das, bevor dich die Zwangsmigration überrascht.
6. Großes Bild: AI Max ist nur ein Baustein
AI Max ist Teil eines viel größeren Wandels, der seit Monaten läuft. Erst kamen die AI Overviews, die KI generierten Antwortboxen über den klassischen Suchergebnissen. Dann folgte der Google KI Modus, der Suchanfragen komplett konversationell verarbeitet. Parallel hat Google AI Max in die Beta gegeben, um die Werbeseite an die neue Suchwelt anzupassen. Und jetzt hat ein Google Mitarbeiter den Rollout von Paid Ads in Gemini, AI Overviews und im Google KI Modus bestätigt – GEA is coming.
Heißt: Wer sich heute nur mit AI Max beschäftigt, sieht nur einen Teil der Bewegung. Die Werbung wandert dorthin, wo die Nutzer suchen. Und das ist zunehmend nicht mehr die klassische Suchergebnisseite, sondern in der konversationellen KI-Suche. Wer sein Konto fit für die nächsten zwei Jahre machen will, sollte also beide Themen parallel denken.

Fazit: Der Druck ist da, nutze ihn
AI Max kommt bestätigt im September. Du solltest die Zeit bis dahin unbedingt nutzen, um dich in Ruhe einzuarbeiten und dein Konto sauber vorzubereiten. Wer das jetzt angeht, kennt das System bereits, wenn die automatische Migration kommt, und steht nicht plötzlich vor vollendeten Tatsachen.
Was bleibt: Das Werbeökosystem von Google wird zunehmend zu einer Black Box, in der du als Werbetreibender deinen Input lieferst und auf gute Ergebnisse hoffst. Das bedeutet weniger manuellen Aufwand, aber auch weniger Kontrolle. Wir sind gespannt, wohin sich das Ganze entwickelt und halten dich auf dem Laufenden.
Du brauchst Unterstützung beim Umstieg?
Wenn dein Konto Strukturen hat, die nicht in fünf Minuten umgestellt sind, weil du beispielsweise mit 200 Anzeigengruppen oder mehr arbeitest, dann lass uns reden. Wir bei Searchperts haben AI Max bereits in mehreren Kundenkonten getestet und wissen, wo die Stolpersteine liegen.
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Über Searchperts
Searchperts ist eine auf Google Ads spezialisierte SEA-Agentur mit Sitz in Düsseldorf. Seit 2019 betreuen wir über 100 Marken, haben mehr als 119 Millionen Euro Werbebudget verwaltet und dabei ca. 800 Millionen Euro E-Commerce-Umsatz für unsere Kunden generiert.
Als 3-facher Google Premier Partner und einer der Top 3% aller Google Partner in Deutschland testen wir AI Max und neue KI-Formate aktiv in Kundenaccounts, noch bevor sie zum Standard werden.
Auf unserem Blog, Youtube und LinkedIn teilen wir, was wir in echten Accounts lernen, damit du keine Zeit mit Experimenten verschwendest, die wir schon gemacht haben.