Gemini Ads – Bezahlte Werbung in Googles KI kommt Q3 2026
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Ads in Gemini: Was Google sagt, was ein Insider bestätigt hat und was Advertiser jetzt tun sollten

Linn Hendricks
12.05.2026
Bezahlte Werbung in Gemini kommt Q3 2026

Noch im Januar 2026 war die offizielle Google-Linie eindeutig: Demis Hassabis, CEO von Google DeepMind, schloss Werbung in der Gemini-App kategorisch aus. Drei Monate später klingt das schon anders.

 

Der aktuelle Stand

Die Gemini-App ist heute werbefrei. Google verdient dort über bezahlte Abonnements wie Google AI Pro. Alphabet (Googles Mutterkonzern) meldete im Q1 2026 Earnings Call den bisher stärksten Quartalswert bei Consumer AI Plänen und 350 Millionen bezahlte Abonnements über alle Dienste hinweg. Das Abo-Modell funktioniert also gut. Aber es reicht langfristig nicht aus, um die kostenlose Nutzung zu finanzieren, das haben wir mittlerweile alle bei ChatGPT gesehen. Die Kosten für KI-Modelle, Rechenzentren und Inferenz bleiben auch nach Anpassung extrem hoch.

 

Was die wichtigsten Stimmen sagen

Philipp Schindler, Alphabets Chief Business Officer, sagte beim Q1 2026 Earnings Call, dass der Fokus in Sachen Monetarisierung derzeit zwar auf dem Google KI Modus liegt, ein gut funktionierendes Format sich aber durchaus auch gut auf die Gemini-App übertragen lasse. 

„But it’s fair to say that we really believe the format that works well in AI Mode would transfer successfully to Gemini app. And so, today in the Gemini app, we’re focused on the free tier and subscriptions and our AI plans were a sizable contributor to our Google One revenue growth. 

Er verteidigte das Format Werbung daraufhin und beteuerte, dass sie höchst wertvoll und enorm hilfreich für kommerzielle Anfragen ist, wenn sie gut gemacht ist. Zu gegebener Zeit wolle er die Pläne dazu teilen, im Moment gäbe es aber keinen Grund zur Eile: 

„But let’s also be clear, Ads have always been a big part of scaling products to reach billions of people, and if done well, Ads can be really valuable and really helpful commercial information. At the right moment, we’ll share any plans, as we have said, but we’re not rushing anything here. „

Ebenfalls im Earnings Call, erklärt Sundar Pichai, CEO von Alphabet und Google, zudem, dass das Investment in KI die Performance des gesamten Unternehmens steigert und deutet an, dass KI dafür sorge, dass User und Userinnen noch häufiger zur Google Suche zurückkehren, als ohnehin schon. 

It’s clear that our AI investments and full stack approach are driving performance across our business. In Search & Other, revenue grew 19%. People love our AI experiences like AI Mode and AI Overviews, and they’re coming back to Search more.“

Auch Google Senior Vice President Nick Fox formulierte gegenüber WIRED, man schließe Anzeigen in der Gemini-App ausdrücklich nicht aus und bezeichnete Werbung dort viel mehr als Frage der Priorisierung. Erkenntnisse aus dem AI Mode würden sich „wahrscheinlich auf Gemini übertragen“. Er schließt sich damit den Aussagen von Sundar Pichai und Philipp Schindler an. 

Die Verschiebung in der offiziellen Kommunikation scheint auf den ersten Blick klein, ist aber eigentlich sehr groß. Denn die ursprünglichen Debatte über das „Ob“ hat sich jetzt ganz offensichtlich zu einem „Wann“ verschoben. Aber nicht nur die öffentlichen Kommunikation lässt klare Rückschlüsse auf bezahlte Werbung in Gemini zu. Auch Searchperts gegenüber hat ein Google Mitarbeiter bezahlte Werbung in Gemini für Q3 2026 inoffiziell bestätigt. Ein internes Briefing muss es in den europäischen Google Niederlassungen also gegeben haben. Mehr dazu im Blog Google Ads in AI Overviews, AI Mode & Gemini: Was dich in 2026 erwartet.

 

Warum Ads in Gemini sehr wahrscheinlich kommen

Erstens: Wirtschaftlicher Druck.

Alphabet investiert bis 2026 bis zu 190 Milliarden Dollar in KI- und Cloud-Infrastruktur. Die Kosten für die Ausspielung von KI-Antworten sind zwar durch Hardware-Fortschritte um 30 Prozent gesunken, aber der Betrieb bleibt teuer. Ein werbefinanziertes Modell würde Google erlauben, Gemini kostenfrei breiter zu skalieren.

Zweitens: Die Infrastruktur ist bereits da.

Advertiser, die Performance Max, Shopping und Suchkampagnen mit AI Max betreiben, können ihre Anzeigen heute schon in AI Overviews und AI Mode in den USA schalten. Der technische Unterbau für KI-Werbung existiert.

Drittens: Die Konkurrenz macht Druck.

OpenAI steht unter erheblichem finanziellen Druck und hat bereits damit begonnen, Anzeigen im kostenlosen ChatGPT-Tier zu testen. Google kann es sich zwar leisten zu warten, weil man 2025 erstmals die 400-Milliarden-Dollar-Umsatzmarke überschritten hat. Aber auf Dauer wird Google nicht zusehen, wie Werbegelder in konkurrierende KI-Plattformen fließen.

Viertens: Druck durch Werbetreibende.

Durch AI Overviews und den Google KI Modus sind die Klicks auf klassische Suchanzeigen erheblich zurückgegangen. Fragen werden direkt im KI-Dialog beantwortet, Nutzer verlassen die Konversation gar nicht erst. Gleichzeitig rutschen Anzeigen in den klassischen SERPs weiter nach unten, unterhalb der KI-Antwortboxen. Werbetreibende verlieren damit Sichtbarkeit genau dort, wo Kaufentscheidungen fallen. Das sorgt für Unzufriedenheit und Sorge, das beobachten wir auch bei unseren Kunden. Die logische Konsequenz: Wer mit seinem Produkt oder seiner Dienstleistung wieder dort erscheinen will, wo Nutzer tatsächlich suchen, muss in die KI-Antworten hinein. Einfach gesagt: Die Suche verschiebt sich, also muss sich auch die Werbung verschieben. Google hat ein starkes Eigeninteresse daran, diesen Werbetreibenden ein neues Inventar anzubieten, bevor sie ihr Budget auf andere Plattformen verlagern.

 

Wann kann man mit Ads in Gemini rechnen?

Einen offiziellen Zeitplan gibt es nicht. Google hat keinen konkreten Anzeigentyp, keinen Starttermin und keine Platzierung für die Gemini-App angekündigt. Die strategische Reihenfolge ist aber klar: Erst werden Werbeformate in AI Overviews und AI Mode getestet, dann folgt möglicherweise Gemini. Beide Oberflächen liegen näher an der klassischen Suche und sind damit die naheliegenden Testbereiche. Was dort funktioniert, überträgt Google auf Gemini.

Bisher werden Ads im AI Mode aber nur in den USA getestet, wann es in Europa losgeht, ist noch unklar. Wir können uns hier nur auf den Hinweis des Google Mitarbeiters beziehen, der uns gegenüber von Q3 2026 sprach. Auch der Shutdown der DSA Kampagnen, den Google für September 2026 angekündigt hat, würde dazu passen. DSA wird demnach ab September 2026 auf AI Max zwangsmigriert. Mehr dazu liest du im Blog AI Max statt DSA.

So einfach kannst du AI Max in Google Ads aktivieren 2026

 

Wie Ads in Gemini für Nutzer aussehen könnten

Google hat zu Platzierung und Format noch keine Details genannt. Ein Blick auf ChatGPT gibt aber einen Hinweis darauf, wohin die Reise gehen könnte. OpenAI testet dort gesponserte Antworten, die sich optisch an den organischen Antworten orientieren, aber als „Sponsored“ gekennzeichnet sind. Sie erscheinen kontextuell, also dann wenn die Anfrage kommerziellen Charakter hat.

Bei Google im AI Mode funktioniert es in den USA heute schon ähnlich. Laut Adweek erscheint Werbung getrennt von organischen Ergebnissen, ist eindeutig als solche gekennzeichnet und wird nur eingeblendet, wenn sie inhaltlich zur Suchanfrage passt. Gibt es keine relevante Werbung, erscheint schlicht keine.

Die wichtigste offene Frage ist, wie tief Werbung in Gemini-Gespräche eingreifen wird. Eine klar markierte Anzeige neben einer kommerziellen Antwort ist deutlich weniger störend als Werbung, die wie eine normale Gemini-Empfehlung wirkt. iBusiness weist auf ein reales Risiko hin: Eine Intrusion direkt in die KI-Antworten „würde eine neue Qualität der KI-Ads bedeuten, sicherlich sichtbarer, aber mit einer massiven Gefahr des Glaubwürdigkeitsverlusts seiner KI-Antworten behaftet.“

 

Wie Werbetreibende Ads in Gemini schalten können

Auch hier gibt es noch keine offizielle Dokumentation. Was heute aus den USA bekannt ist: Im AI Mode laufen Anzeigen über bestehende Google Ads Kampagnentypen. Advertiser mit aktiven Performance Max, Shopping oder Suchkampagnen mit AI Max sind automatisch für Anzeigenplatzierungen im AI Mode eligible, ohne separates Opt-in.

Ein Blick auf das ChatGPT-Modell zeigt eine mögliche Richtung: Dort können Werbetreibende über ein eigenes Sponsored Answers Programm kontextuell relevante Antworten buchen, ähnlich einem nativen Anzeigenformat. Google wird wahrscheinlich einen ähnlichen Mechanismus entwickeln, aber eng an das bestehende Google Ads Ökosystem gekoppelt. Die Infrastruktur, nämlich Bidding, Targeting und Reporting, ist bereits vorhanden und auch das neue Kampagnen-Format AI Max wird eine wichtige Rolle spielen.

Quelle: https://help.openai.com/en/articles/20001047-ads-in-chatgpt

Was sicher ist: Wer heute saubere Kampagnenstrukturen, hochwertigen Content und ein funktionierendes Conversion-Tracking aufbaut, ist besser positioniert als jemand, der abwartet. Die Mechanismen für KI-Werbung bauen direkt auf dem auf, was heute in der klassischen Suche funktioniert.

Du willst vorbereitet sein, bevor Gemini Ads live gehen?

Die Weichen werden jetzt gestellt. Wir bei Searchperts beobachten die Entwicklung aktiv, testen neue KI-Formate in echten Kundenaccounts und bereiten Kampagnen gezielt auf das vor, was kommt. Wenn du wissen willst, wo dein Setup heute steht, buch dir ein kostenloses Erstgespräch.

 

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Über Searchperts

Searchperts ist eine auf Google Ads spezialisierte SEA-Agentur mit Sitz in Düsseldorf. Seit 2019 betreuen wir über 100 Marken, haben mehr als 119 Millionen Euro Werbebudget verwaltet und dabei ca. 800 Millionen Euro E-Commerce-Umsatz für unsere Kunden generiert.

Als 3-facher Google Premier Partner und einer der Top 3% aller Google Partner in Deutschland testen wir AI Max und neue KI-Formate aktiv in Kundenaccounts, noch bevor sie zum Standard werden.

Auf unserem Blog, Youtube und LinkedIn teilen wir, was wir in echten Accounts lernen, damit du keine Zeit mit Experimenten verschwendest, die wir schon gemacht haben.