Google Marketing Live 2026: Die wichtigsten Ankündigungen
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Google Marketing Live 2026 Highlights: Was Advertiser jetzt wissen müssen

Linn Hendricks
29.05.2026
Headerbild zum Blog über Google Marketing Live 2026: Glänzendes 3D-Gemini-Funkeln im Zentrum, umgeben von Symbolen für die neuen Google Ads Features wie Einkaufswagen für AI Max, Sprechblase für Business Agent, Kartenpin für Maps Ads und Filmklappe für Asset Studio.

Google hat auf dem Google Marketing Live 2026 klargemacht, wohin die Reise geht. Gemini ist nicht mehr nur ein Feature-Layer über Google Ads, es ist das Betriebssystem darunter. Wer heute noch klassische Keyword-Listen pflegt und Anzeigentexte manuell schreibt, arbeitet angeblich gegen ein System, das in eine komplett andere Richtung optimiert. Hier sind die wichtigsten Ankündigungen und was sie konkret bedeuten:

AI Max für Shopping: Der Feed ist das neue Keyword

AI Max ist aus der Beta herausgewachsen und wird zur zentralen Kampagnenstruktur für Shopping-Advertiser. Google beschreibt es als „Built for the next generation of Search“ und positioniert es als Tool, mit dem Händler Käufer genau in dem Moment erreichen, in dem die Entdeckungsphase beginnt, aber vor allem auch in den KI-Suchen sichtbar werden. Das System matcht Produkte semantisch auf Suchanfragen, ohne dass der Advertiser feste Keyword-Listen pflegen muss. Laut Google erreichen die Anzeigen durch AI Max so nischige und kaufbereite Suchanfragen, die klassische Keywordlisten niemals hätten abdecken oder erkennen können. Christopher Monkman, Senior Director of Product für AI Experience bei Google, sagte es klar: Es wäre „sehr schwierig, jemals manuell Keywords zu wählen, die mit diesen Anfragen mithalten können.“

Das heißt konkret: Die KI entscheidet, welche Produkte bei welchen Anfragen erscheinen. Die einzige Variable, die der Advertiser noch direkt kontrolliert, sind die Produktdaten selbst: Titel, Beschreibungen, Kategorien, Attribute. Wer einen sauberen, vollständigen Feed hat, gewinnt. Wer einen schlechten Feed hat, verliert systematisch Sichtbarkeit. Feed-Qualität ist ab jetzt also das neue Keyword und ist maximal wichtig, um auch in der sich verändernden Suchlandschaft nicht an Sichtbarkeit zu verlieren.

AI Brief: Kontrolle über Brand Voice in KI-Zeiten

AI Brief lässt Advertiser ihre Marke in natürlicher Sprache beschreiben: Was soll gesagt werden, was nicht, welche Zielgruppen sollen priorisiert werden, wie soll der Ton klingen. Google nutzt das als Kontext, um zu steuern, wie AI Max Anzeigentexte generiert und Suchanfragen matcht.

Das ist die Antwort auf die größte Kritik an KI-gesteuerten Kampagnen: zu generisch, zu weit weg von der Markenstimme, zu viele Halluzinationen. Die Herausforderung ist aber, dass wer einen generischen Brand Brief schreibt, auch generische AI Max Ergebnisse bekommt. Google gibt Kontrolle zurück, aber Advertiser müssen ihre Zielgruppe gut genug kennen, um die Maschine sinnvoll zu steuern. Damit gibt Google aber auch ein Stück weit die Verantwortung ab. Die Aussage „Ja, dann hast du die KI nicht richtig gebrieft!“ geht natürlich leicht von der Zunge, wenn Beschwerden über schlechte Anzeigentexte kommen. Wie sich das letzten Endes entwickelt, bleibt abzuwarten. 

Business Agent for Leads: Das Ende des statischen Lead-Formulars

Business Agent for Leads ist jetzt in der offenen Beta für US-Advertiser verfügbar. Es platziert einen Gemini-gestützten Chat-Agenten direkt in die Anzeige. Nutzer, die eine komplexe Kaufentscheidung recherchieren, können auf eine Anzeige klicken und Fragen stellen, ohne auf eine Landingpage klicken oder ein altmodisches Kontaktformular auszufüllen zu müssen. Nutzer können sich quasi im Chat mit deiner Webseite unterhalten, da der Business Agent die Informationen für Antworten direkt von deiner Webseite in den Chat zieht. 

Das ist besonders relevant für B2B und erklärungsbedürftige Dienstleistungen: Wer einen Handwerker sucht, eine Software evaluiert oder eine Versicherung abschließen will, hat Fragen bevor er ein Formular ausfüllt. Der Agent beantwortet sie direkt in der Anzeige, qualifiziert den Lead im Gespräch vor und senkt so die Hürde zur Kontaktaufnahme.

Mit diesem neuen Feature zielt Google, wie auch mit vielen anderen der neuen Features, darauf ab, die Diskrepanz zwischen schnellen Entscheidungen und guten Entscheidungen zu verringern. Für die Entscheidungen, für die Nutzer früher noch mehrere Tabs offen hatten, wird jetzt nur ein Chat benötigt, der all die Infos dieser Tabs (und noch mehr) so verpackt, dass die beste Entscheidung schnell getroffen werden kann.

Direct Offers: Rabatte direkt in der SERP

Direct Offers, der Promotions-Pilot, den Google im Januar 2026 mit Chewy, Gap und L’Oreal gestartet hat, bekommt jetzt Promotion Bundling: Gemini konstruiert pro Suchanfrage das überzeugendste Angebot aus den hinterlegten Rabatten und Aktionen des Advertisers, gesteuert durch den AI Brief. Native Checkout für UCP-Händler ist ebenfalls integriert. 

Für Reise soll das zeitnah in den USA ausgerollt werden. Booking und Expedia zeigen dann individuell zugeschnittene Angebote direkt innerhalb KI-gestützter Reiseplanung in AI Mode und Nutzer buchen, ohne Google zu verlassen.

Agentic Commerce: Drei Bausteine, eine Vision

Google sagt im Google Blog: „Wir legen das Fundament für die Ära des Agentic Commerce mit Bausteinen wie dem Agent Payments Protocol (AP2), dem Universal Commerce Protocol (UCP) und dem neuen Universal Cart.“ Drei verschiedene Dinge, die zusammenspielen:

Universal Commerce Protocol (UCP) ist die technische Infrastruktur, ein offener Standard, über den Händler ihre Produktkataloge, Checkout-Prozesse und Zahlungssysteme mit Googles KI-Oberflächen verbinden. UCP ist damit eine gemeinsame Sprache, auf die sich die Industrie einigt. Zalando, Shopify, Nike, Wayfair und viele weitere sind bereits integriert. UCP-gestützter Checkout wird in den nächsten Monaten auf Kanada und Australien ausgeweitet, danach folgt Großbritannien. Außerdem kommen neue Verticals hinzu, als erstes Hotel-Buchungen und lokale Food Delivery.

Universal Cart ist das Konsumentenprodukt, das auf UCP aufbaut. Der Universal Cart ist ein intelligenter Warenkorb, der über Händler und Dienste hinweg funktioniert: Nutzer können Produkte in den Warenkorb legen, während sie in der Google Suche surfen, mit Gemini chatten, YouTube schauen oder Gmail lesen. Sobald ein Produkt im Warenkorb landet, arbeitet der Cart im Hintergrund weiter: Er findet Deals und Preissenkungen, gibt Einblick in die Preisentwicklung und meldet sich, wenn ein Artikel wieder verfügbar ist. Der Rollout startete am 19. Mai in den USA, YouTube folgt danach.

Agentic Commerce ist die übergeordnete Vision des Ganzen: KI-Agenten, die nicht nur empfehlen, sondern aktiv für den Nutzer handeln und vor allem eins: kaufen. Das Agent Payments Protocol (AP2) ermöglicht es Agenten, sichere Zahlungen im Namen des Nutzers durchzuführen, mit klaren Grenzen und Kontrolle. Der Nutzer legt fest, welche Marken, Produkte und welches Budget der Agent nutzen darf, und der Agent kauft nur dann, wenn alle Kriterien erfüllt sind.

Universal Commerce Protocol und Zalando

Google hilft Händlern mit neuen UCP-Features und KI-Tools, eine intuitivere, agentische Shopping-Erfahrung zu schaffen. Zalando wird als erster europäischer Partner integriert. Inventory-Daten fließen dabei direkt in die Suchergebnisse ein und Nutzer sehen Verfügbarkeit und Preise auch ohne Website-Besuch.

Für deutsche E-Commerce-Händler ist das der relevanteste Datenpunkt: UCP ist nicht mehr nur ein US-Phänomen. Die Integration der europäischen Partner zeigt, dass der Rollout nach Deutschland absehbar ist oder zumindest geprüft wird.

Zusammengefasst:

Das strukturelle Signal ist eindeutig: Der Kaufprozess findet zunehmend innerhalb von Google statt, nicht mehr auf der Website des Händlers. Das hat konkrete Konsequenzen für jeden, der Google Ads betreibt: Die klassische Logik „Anzeige schalten, Klick bekommen, auf der Landingpage konvertieren“ funktioniert in einer Umgebung, in der der Kauf direkt im Suchergebnis oder im Cart abgeschlossen wird, nicht mehr.

Außerdem wird Conversion-Tracking schwieriger. Wenn der Kauf innerhalb von Google über UCP abgewickelt wird und der Nutzer die eigene Website nie besucht, fallen klassische Website-Tracking-Signale weg. Wann Agentic Commerce ein echtes Thema für Deutschland wird, wissen wir bisher noch nicht. Google hat sich im Marketing Live EMEA sehr zurückgehalten, was Rollout-Infos betrifft. 

Asset Studio: Veo 3.1, Nano Banana und bald Gemini Omni

Asset Studio ist Googles zentraler Arbeitsbereich für die Entwicklung von Creative Assets in Google Ads. Das System versteht das Marketing-Briefing, die Markenguidelines, die Website und die Kampagnenziele und generiert daraus sofort eine breite Auswahl an Assets über verschiedene kreative Themen und Formate hinweg. Anpassungen können in natürlicher Sprache vorgenommen werden. Veo 3.1 und Nano Banana sind schon teil des Studios, Gemini Omni kommt bald dazu und bringt alle Modelle in einem Workflow zusammen.

Die größte Neuerung: In Kürze können Video-Assets direkt in Asset Studio erstellt werden, durch die Integration von Gemini Omni, Googles neuem multimodalem Modell. Bisher mussten Bild- und Video-Assets in getrennten Workflows erstellt werden. Das entfällt.

Wenn die Creatives fertig sind, können sie mit 1-Click A/B Testing direkt auf Performance getestet werden, basierend auf den eigenen Kampagnenzielen. Gerade für Video ist das relevant: Wer bisher strukturierte Creative-Experimente vermieden hat, weil der Aufwand zu groß war, hat jetzt keine Ausrede mehr.

Die neuen Features werden diesen Sommer global auf Englisch ausgerollt. Für Deutschland bedeutet das: Die Funktionen sind verfügbar, aber vorerst nur auf Englisch.

Demand Gen auf Google Maps

Google Maps ist für Demand Gen ab 2026 als neues Inventar verfügbar. Advertiser können damit Nutzer in drei konkreten Momenten auf Google Maps erreichen. Beim Stöbern in Bereichen (Browse), beim Abrufen von Routeninfos (Directions) und beim Aufrufen von Orts- oder Unternehmensdetails (Entity/Place Details).

Die Anzeigen erscheinen als Promoted Pins und nutzen bestehende Bild-Assets aus den Kampagnen. Das Format ist nicht aufdringlich und taucht genau dann auf, wenn Nutzer aktiv Orte erkunden oder sich auf dem Weg zu einem Ziel befinden.

Advertiser können Maps als Kanal über die Channel Controls in Demand Gen gezielt ein- oder ausschalten, je nach Markenstrategie oder Kampagnenziel.Das ist besonders relevant für stationäre Händler, Restaurants, lokale Dienstleister und alle, die Online-zu-Offline-Conversions messen.

Das übergeordnete Signal

Google Ads bewegt sich auf ein „Goal-in, AI-executes“-Modell zu. Advertiser definieren Business-Ziele, die Plattform übernimmt die operative Umsetzung. Das bedeutet nicht, dass menschliche Expertise überflüssig wird. Es bedeutet, dass die Aufgaben sich verschieben: weg von manuellem Keyword-Management, hin zu Datenqualität, Brand Briefing und strategischer Steuerung.

Wer das versteht und sein Setup entsprechend aufbaut, hat einen strukturellen Vorteil. Wer wartet, bis alles Pflicht wird, startet mit Rückstand.

 

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Über Searchperts

Searchperts ist eine auf Google Ads spezialisierte SEA-Agentur mit Sitz in Düsseldorf. Seit 2019 betreuen wir über 100 Marken, haben mehr als 119 Millionen Euro Werbebudget verwaltet und dabei ca. 800 Millionen Euro E-Commerce-Umsatz für unsere Kunden generiert.

Als 3-facher Google Premier Partner und einer der Top 3% aller Google Partner in Deutschland testen wir AI Max und neue KI-Formate aktiv in Kundenaccounts, noch bevor sie zum Standard werden.

Auf unserem Blog, Youtube und LinkedIn teilen wir, was wir in echten Accounts lernen, damit du keine Zeit mit Experimenten verschwendest, die wir schon gemacht haben.