Wer Google Ads schaltet, muss sich an eine lange Liste von Regeln halten. Verstößt eine Anzeige dagegen, lehnt Google die Anzeige ab. Die Regeln einzuhalten macht deine Kampagnen nicht automatisch erfolgreich. Es schützt dich aber vor Verwarnungen, gedrosselter Ausspielung und im schlimmsten Fall vor der Sperrung deines gesamten Kontos.
Wie ernst eine Ablehnung ist, hängt vom Grund ab. Ein Tippfehler oder ein Ausrufezeichen zu viel stoppt nur ein einzelnes Asset, und du behebst ihn in wenigen Minuten. Liegt der Fehler dagegen auf deiner Website, sind oft alle Anzeigen einer Kampagne gleichzeitig betroffen. Und bei manchen Verstößen sperrt Google das Konto sofort.
Damit du im Ernstfall schnell weißt, was zu tun ist, findest du hier alle Ablehnungsgründe nach Schweregrad sortiert und zu jedem den Weg zur Lösung beschrieben. Wenn du bis zum Schluss liest, erkläre ich dir außerdem, wie du eine Kontosperrung aufhebst und mit welchen zwei Insider-Tipps das besonders schnell klappt.
Inhaltsverzeichnis
- So findest du den echten Ablehnungsgrund
- 1. Anzeigentext und Assets
- 2. Inhaltliche Einschränkungen
- 3. Website und Ziel-URL
- 4. Qualität und Vertrauen
- 5. Schwerwiegende Verstöße
- Korrigieren oder Einspruch einlegen
- Merkzettel, um Ablehnungen zu vermeiden
- Konto gesperrt: was jetzt?
- Google Ads Konto entsperren
- Zwei Geheimnisse aus unserem Arbeitsalltag
So findest du den echten Ablehnungsgrund
Bevor ich die einzelnen Gründe erkläre, zeige ich dir, wo du Ablehnungen und ihre Gründe überhaupt findest.
Richtlinienmanager: Umbenennung und Verschiebung
Google hat den Richtlinienmanager umbenannt und zeigt dazu im Konto einen Hinweis. Die alte Bezeichnung „Richtlinienmanager“ begegnet dir trotzdem weiterhin, zum Beispiel als Schaltfläche im Statusfenster einer Anzeige. Gemeint ist dieselbe Ansicht.

Direkt an der betroffenen Anzeige
- Gehe links auf „Kampagnen“.
- Dann auf „Anzeigen“.
- In der Spalte „Status“ fährst du mit der Maus über den Eintrag der abgelehnten Anzeige. Es öffnet sich ein Fenster mit der offiziellen Bezeichnung des Verstoßes, also zum Beispiel „Abweichendes Ziel“, dazu Googles Erklärung, warum das System so entschieden hat.
- Über „Richtlinien lesen“ kommst du zur vollständigen Richtlinie, über die Schaltfläche daneben direkt in den Einspruch.
Das Fenster zeigt außerdem, ob neben der Ablehnung noch etwas anderes die Auslieferung stoppt. Im Beispiel unten steht unter dem Richtlinienverstoß, dass zusätzlich die Anzeigengruppe und die Kampagne pausiert sind. Du siehst also direkt, ob du die Anzeige jetzt überarbeiten musst oder ob sie ohnehin pausiert ist und damit in der Priorisierung nach hinten rutschen kann.

Gesammelt für das ganze Konto
- Klicke links unten auf „Verwaltung“.
- Im Menü auf „Richtlinie“.
- Dort auf „Anzeigen“.
Oben findest du drei Reiter:
- „Richtlinienverstöße“ listet alle betroffenen Anzeigen und Assets mit dem jeweiligen Grund, gefiltert nach Kampagnen-, Anzeigengruppen- und Anzeigenstatus. Hier siehst du auch Ablehnungen, die in der Kampagnenansicht untergehen, etwa bei einzelnen Assets wie Firmenlogos.
- „Einspruchsverlauf“ zeigt, welche Einsprüche du bereits gestellt hast und wie sie ausgegangen sind. Das brauchst du, weil pro Anzeige nur drei Einsprüche möglich sind.
- „Verwarnungsverlauf“ zeigt die Verwarnungen deines Kontos. Diesen Reiter solltest du regelmäßig prüfen, weil drei Verwarnungen zur dauerhaften Sperrung führen und eine Verwarnung 90 Tage bestehen bleibt.
- Links liegen unter „Richtlinie“ außerdem „Zusammenfassung“ für den Überblick und „Konto“ für Richtlinienprobleme, die das gesamte Konto betreffen und nicht einzelne Anzeigen.

Die Soforthilfe rechts im Bild
Die Soforthilfe zeigt die Hilfeartikel, die zu der Seite passen, auf der du gerade bist. Auf der Richtlinienseite steht dort „Abgelehnte Anzeige korrigieren oder Einspruch gegen eine Richtlinienentscheidung einlegen“, also genau der Artikel, den du brauchst.
Zwei Hinweise dazu, die dir Zeit sparen:
- Unter „Benötigen Sie weitere Unterstützung?“ liegen die Kontaktwege, also Hilfeforum, interaktive Anleitung und die Möglichkeit, Google zu kontaktieren. Welche Wege dir dort angeboten werden, ist nicht in jedem Konto gleich. Wie sich das in der Praxis auswirkt, steht weiter unten im Abschnitt zu unseren Erfahrungen.
- Google weist in der Soforthilfe selbst darauf hin, dass die Hilfeartikel übersetzte Versionen sind. Wenn du über dieses Fenster in den Kontakt mit dem Support gehst und die Sprache wählen kannst, nimm Englisch. Den Grund dafür findest du ebenfalls weiter unten.
1. Anzeigentext und Assets
Die häufigste Gruppe und die harmloseste. Google prüft hier Form, nicht Inhalt. Jede dieser Ablehnungen behebst du selbst in wenigen Minuten.
Stil und Rechtschreibung
Google verlangt Anzeigen, die klar und professionell gestaltet sind. Tippfehler, Grammatikfehler und unverständliche Formulierungen reichen für eine Ablehnung. Prüfe Anzeigentexte vor dem Einspielen in einem Textprogramm. Das Google-Ads-Interface markiert einen Teil der Formfehler, Grammatik und Tippfehler gehören nicht dazu.
Großschreibung
Zulässig ist die Schreibweise, die im Deutschen üblich ist. GRATIS, XXL und SALE in Versalien fallen durch, ebenso Binnenversalien wie „JetztKaufen“. Erlaubt bleiben Abkürzungen, die man so schreibt, also GmbH, DHL oder SEO. Auch Marken- und Firmennamen, die in Versalien geschrieben werden, sind zulässig, werden aber oft erst nach einem Einspruch durch den Werbetreibenden freigegeben.
Zeichensetzung und Symbole
Ausrufezeichen sind in der Überschrift nicht erlaubt und in der Beschreibung nur einmal. Sternchen, Pfeile, Emojis und wiederholte Satzzeichen wie „!!!“ führen zur Ablehnung. Marken- und Copyrightzeichen sind zulässig, wenn du die Rechte daran hast.
Wiederholung
Wenn dasselbe Wort in einer Anzeige sehr häufig ohne erkennbaren Zweck auftaucht, wertet Google das als Keyword-Stuffing. Das passiert manchmal unbemerkt bei Responsive Search Ads, weil dieselbe Formulierung in mehreren Assets steht und Google sie zusammen ausspielt.
Unzulässige Abstände
Doppelte Leerzeichen, fehlende Leerzeichen nach Satzzeichen oder gesperrte Schreibweisen wie „S A L E“. Tritt fast immer beim Kopieren aus Excel oder Google Sheets auf.
Telefonnummer im Anzeigentext
Nummern gehören in die Anruferweiterung, nicht in Überschrift oder Beschreibung. Der Grund ist technisch: Google kann Nummern in Erweiterungen verifizieren, im Fließtext nicht. Manchmal vertut sich Google hier auch, wenn zum Beispiel Preise in der Überschrift stehen. Dann hilft nur der Einspruch oder die Entfernung des Preises.
Nicht identifiziertes Unternehmen
Aus der Anzeige muss hervorgehen, wer wirbt und was beworben wird. Reine Neugier-Anzeigen ohne Produkt- oder Firmennennung fallen durch.
Bildqualität und Videoqualität
Bilder müssen scharf, richtig ausgerichtet und erkennbar sein. Bei Videos müssen Ton und Bild klar sein und eingeblendeter Text lesbar. Typischer Auslöser einer Ablehnung ist ein hochskaliertes Produktbild aus dem Feed, das in der geforderten Anzeigengröße unscharf wird.
Nicht unterstützte Sprache
Die Anzeige muss in einer Sprache verfasst sein, die Google Ads unterstützt, und zur Sprachausrichtung der Kampagne passen. Mischtexte aus zwei Sprachen in einem Asset sind ein häufiger Grund für Ablehnungen.
So gehst du vor
Grund im Konto lesen, betroffenes Asset überarbeiten, speichern. Google prüft danach automatisch neu. Bei Responsive Search Ads wird nur das einzelne Asset abgelehnt, die Anzeige läuft mit den übrigen Assets problemlos weiter. Bei einer solchen Ablehnung musst du also nicht alles stehen und liegen lassen. Sie taucht häufig auf und lässt sich schnell beheben.
Worauf der Editor dich hinweist und worauf nicht
Beim Schreiben der Anzeige prüft Google einen Teil dieser Regeln sofort und markiert die betroffenen Felder rot. Verlassen kannst du dich nicht darauf, denn nicht jeder Verstoß wird erkannt. Ich habe für dich den Test gemacht:

Im Beispiel erkannt:
- Versalien
- Mehrfache Ausrufezeichen
- Doppelte Leerzeichen
Im selben Editor nicht erkannt:
- Eine Telefonnummer in der Überschrift, obwohl Telefonnummern im Anzeigentext einen eigenen Ablehnungsgrund darstellen.
- Tippfehler: „Searchperts tole SEA Argentur“ läuft problemlos durch, obwohl „Stil und Rechtschreibung“ offiziell zu den redaktionellen Anforderungen gehört.
Ein Detail, das dabei zusätzlich täuscht: Die roten Wellenlinien unter einzelnen Wörtern stammen von der Rechtschreibprüfung deines Browsers, nicht von Google. Sie markieren unbekannte Wörter wie Firmennamen und sagen über Richtlinien nichts aus. Googles eigene Hinweise erkennst du am roten Rahmen um das Feld und am Link „Probleme ansehen“.
Daraus folgt die Arbeitsweise: Der Editor ist eine erste Sicht, keine Freigabe. Die eigentliche Prüfung läuft nach dem Speichern und ist strenger. Genau deshalb lohnt sich die Prüfliste weiter unten, auch wenn im Editor nichts rot war.
Begrenzung der Anzeigenbereitstellung
Die Begrenzung der Anzeigenbereitstellung sieht nach einem technischen Fehler aus, ist aber keiner. Deine Anzeigen stehen auf „Aktiv“, es gibt keine Ablehnung im Konto, und trotzdem kommen kaum Impressionen zusammen. Google wendet diese Begrenzung auf Werbetreibende an, die sich nach eigener Aussage „noch nicht als vertrauenswürdig erwiesen“ haben. Betroffen sind vor allem neue Konten und Konten, die nach längerer Pause wieder starten.
Erkennen kannst du es an der Kombination: freigegebene Anzeigen, leerer Richtlinienmanager, Impressionen deutlich unter dem, was Keyword-Volumen und Budget erwarten lassen.
So gehst du vor: Der Weg heraus führt über die abgeschlossene Überprüfung des Werbetreibenden und eine Historie ohne Richtlinienverstöße. Beides braucht Zeit, die Google nicht beziffert. Auf die Frage nach der Dauer antwortet die Hilfeseite wörtlich: „Leider können wir im Voraus nicht sagen, wie lange das dauern wird.“ Wenn du die Einstufung für falsch hältst, kannst du ein Einspruchsformular einreichen.
Praktische Konsequenz für den Kampagnenstart: Rechne bei einem frischen Konto in den ersten Wochen mit gedrosselter Auslieferung und bewerte die Performance erst danach. Wer in dieser Phase Gebote hochdreht, verbrennt Budget gegen eine Bremse, die nicht am Gebot hängt.
2. Inhaltliche Einschränkungen
Diese Gruppe sagt nicht, dass dein Angebot verboten ist. Sie sagt, dass eine Anzeige eine bestimmte Auflage nicht erfüllt. Diese Auflage ist fast immer eine Zertifizierung oder eine Einschränkung auf bestimmte Länder. Anzeigen bekommen dann oft den Status „Aktiv (kann aber nicht in Zielregionen geschaltet werden)“, laufen also theoretisch, erreichen aber niemanden.
Alkohol
Werbung ist in vielen Ländern zulässig und muss Altersausrichtung und lokale Vorgaben einhalten. Werbung, die zum Rauschtrinken auffordert oder sich an Minderjährige richtet, ist ausgeschlossen. Wenn du eine solche Ablehnung erhältst, aber keinen Alkohol bewirbst, schau dir das Asset genauer an. Vielleicht kannst du durch eine Änderung am Wording schnell Abhilfe leisten. Ansonsten hilft dir der Einspruch.
Glücksspiele und andere Spiele
Erfordert eine Zertifizierung durch Google, die du pro Land beantragst, und eine gültige Lizenz im Zielland. Betroffen sind auch Angebote, die du selbst nicht als Glücksspiel einordnest, etwa Lootboxen, Gewinnspiele mit Einsatz oder Social Casino.
Gesundheit und Medizin
Hier liegen mehrere Einzelgründe übereinander. Verschreibungspflichtige Medikamente erfordern eine Zertifizierung als Versandapotheke. Nicht freigegebene Substanzen, also Arzneimittel und Nahrungsergänzungsmittel ohne Zulassung, sind generell ausgeschlossen. Aussagen zu Heilung oder Wirkung brauchen eine belastbare Grundlage, weil sonst zusätzlich Bereich 4 greift.
Finanzprodukte und -dienstleistungen
Google verlangt die Offenlegung der Konditionen, also effektiver Jahreszins, Laufzeit, Gesamtkosten. Für Privatkredite und für Finanzdienstleistungen in bestimmten Märkten kommt eine eigene Verifizierung dazu.
Kryptowährungen und zugehörige Produkte
Zulässig ist Werbung nur für bestimmte Produktarten und nur mit Zertifizierung, die länderweise erteilt wird. Wallets, Tauschbörsen und Beratungsangebote fallen unterschiedlich aus, je nach Land.
Marken
Der kritische Teil ist der Anzeigentext. Ein fremder Markenname im Text führt zur Ablehnung, wenn du keine Berechtigung nachweist oder nicht als Händler der Marke giltst. Die Buchung eines fremden Markenbegriffs als Keyword ist davon getrennt zu beurteilen und in vielen Regionen problemlos zulässig.
Politische Inhalte
Erfordert eine Verifizierung als politischer Werbetreibender, dazu kommen Transparenzpflichten und länderspezifische Sperrfristen vor Wahlen.
So gehst du vor
Prüfe zuerst, ob eine Zertifizierung existiert, die du beantragen kannst. Wenn ja, beantrage sie und rechne mit Bearbeitungszeit. Wenn nein, schließe die betroffenen Länder aus der Ausrichtung aus oder nimm das Produkt aus der Kampagne. Bei Shopping und Performance Max arbeitest du dafür mit Ausschlussregeln im Feed, weil sonst jedes neue Produkt derselben Kategorie denselben Fehler auslöst.
3. Website und Ziel-URL
Diese Gruppe wird unterschätzt, weil die Anzeige selbst fehlerfrei ist. Der Fehler liegt hinter dem Klick, und er trifft meistens alle Anzeigen einer Kampagne gleichzeitig.
Nicht funktionierendes Ziel
Die finale URL führt zu einem Fehler, einer leeren Seite oder einem Ziel, das falsch eingerichtet ist. Klassiker sind 404 nach einem Relaunch, ein abgelaufenes SSL-Zertifikat und eine Wartungsseite, die versehentlich live geblieben ist.
Abweichendes Ziel
Die Domain der angezeigten URL muss mit der Domain der finalen URL übereinstimmen. Wer über eine Tracking-Domain, einen Kampagnen-Shortlink oder ein Affiliate-Redirect ausspielt, verstößt dagegen. Verwende für Tracking die Vorlage für Tracking-URLs statt einer abweichenden finalen URL.
Nicht crawlbares Ziel
Google Ads muss die Landingpage abrufen können. Auslöser sind ein Ausschluss in der robots.txt, eine Firewall- oder Bot-Regel, ein Staging-Passwort oder ein Geoblocking, das den Crawler aussperrt.
Ziel nicht zugänglich
Die Seite muss in dem Land erreichbar sein, in dem du die Anzeige ausspielst. Wenn dein Hoster oder deine CDN-Konfiguration bestimmte Regionen blockiert, greift dieser Grund.
Nutzerfreundlichkeit des Ziels
Google lehnt Ziele ab, deren Navigation unnötig schwierig oder frustrierend ist. Gemeint sind Pop-ups und Interstitials, die den Inhalt verdecken, deaktivierte Zurück-Funktion im Browser und automatische Downloads. Ein Cookie-Banner, das den gesamten Inhalt blockiert und keine sichtbare Ablehnen-Option hat, fällt ebenfalls in diesen Bereich.
Unzulässige URL
Die URL entspricht nicht der üblichen Syntax. Dazu zählen fehlerhafte Weiterleitungsketten, ungültige Protokolle und numerische IP-Adressen statt Domains.
Nicht genügend eigene Inhalte
Seiten, die im Wesentlichen nur Anzeigen ausspielen oder auf andere Seiten verweisen, sind als Ziel unzulässig. Betrifft Vergleichsportale und Affiliate-Seiten mit dünnem Inhalt.
So gehst du vor
Rufe die finale URL im Inkognito-Modus und über ein Mobilgerät auf. Prüfe die Weiterleitungskette, bis du bei der Endseite bist. Kontrolliere in der robots.txt, ob der Pfad ausgeschlossen ist. Erst danach reichst du die Anzeige erneut ein, weil eine unveränderte Seite dieselbe Ablehnung produziert. Du musst hier also meistens wirklich etwas am Ziel oder am Weg dorthin ändern, damit die Ablehnung behoben wird.
4. Qualität und Vertrauen
Hier prüft Google, ob deine Anzeige hält, was sie verspricht. Das ist die Gruppe, in der sich Ablehnungen wiederholen, weil der Anzeigentext geändert wird und die Landingpage gleich bleibt.
Unbewiesene Behauptungen
Google beschreibt damit falsche Behauptungen und Behauptungen, die ein zwar mögliches, aber unwahrscheinliches Ereignis als wahrscheinlich darstellen. Der Unterschied liegt in der Wahrscheinlichkeit, nicht in der Lautstärke. „Bis zu 40 % weniger Streuverlust“ ist eine Aussage mit Bandbreite und Beleg. „Verdopple deinen Umsatz in 30 Tagen“ verkauft einen Ausnahmefall als Normalfall. Betroffen sind vor allem Finanz-, Abnehm-, Gesundheits- und Coaching-Angebote. Entferne Wörter wie „garantiert“, „risikofrei“ und „sofort“, wenn die Landingpage sie nicht belegt. Damit kannst du diese Ablehnung rückgängig machen.
Irreführende Darstellung
Wesentliche Informationen zur eigenen Identität fehlen oder sind verschleiert. Praktisch heißt das: kein Impressum, keine erreichbare Kontaktmöglichkeit, ein Firmenname in der Anzeige, der auf der Seite nirgends auftaucht.
Unlautere Preisgestaltung
Zahlungsmodell und Gesamtkosten müssen klar erkennbar sein, bevor der Nutzer kauft. Auslöser sind eine Abolaufzeit, die erst im Checkout sichtbar wird, Versandkosten ohne Angabe und ein beworbener Preis, der eine Vorauszahlung voraussetzt.
Anzeigen mit Clickbaiting
Reißerische Texte und Bilder sowie Anzeigen, die negative Lebensereignisse für emotionalen Druck nutzen. Dazu zählen Formulierungen wie „Das solltest du wissen, bevor es zu spät ist“ und Bilder, die auf Schock setzen.
Irreführendes Anzeigendesign
Die Anzeige ist als Anzeige schwer erkennbar oder ahmt Systemelemente nach. Ein Display-Banner mit falscher Fehlermeldung, ein nachgebauter Play-Button oder ein Bild, das wie eine Betriebssystem-Meldung aussieht, fällt hierunter.
Nicht verfügbare Angebote
Das beworbene Produkt gibt es auf der Zielseite nicht. Häufigster Auslöser ist ein ausgelaufener Rabatt im Anzeigentext oder ein Produkt, das nicht mehr im Sortiment ist, dessen Anzeige aber weiterläuft.
Unklare Relevanz
Zwischen Anzeige und Zielseite besteht kein erkennbarer Zusammenhang. Wenn du zum Beispiel alle Anzeigen einer Kampagne auf die Startseite schickst statt auf die passende Kategorie- oder Produktseite, produzierst du diese Ablehnung. Damit erhöht sich auch der Google Ads Qualitätsfaktor.
So gehst du vor
Ändere zuerst die Landingpage, danach die Anzeige. Jede Zahl und jedes Versprechen aus der Anzeige muss auf der Zielseite wiederzufinden und belegt sein. Wenn du den Beleg nicht hast, streiche die Aussage komplett und finde einen anderen USP, der Nutzer zum Klick überzeugt.
5. Schwerwiegende Verstöße
Für diese Gruppe gelten härtere Regeln. Google sperrt betroffene Konten nach eigener Angabe sofort und ohne vorherige Warnung. Das Verwarnungssystem, das weiter unten beschrieben ist, greift hier nicht.
Umgehung von Systemen
Google fasst darunter jeden Versuch, den Freigabeprozess zu überlisten oder zu umgehen. Genannt werden Cloaking, also Google andere Inhalte zu zeigen als den Nutzern, Pop-ups, die den Google-Zugriff blockieren, Weiterleitungen auf andere Seiten als die beworbene, Klick-Tracker zur Verschleierung von Verstößen, der Betrieb mehrerer Konten und Varianten von bereits abgelehntem Material.
Das ist der Grund, der ehrliche Werbetreibende am häufigsten erwischt, weil Absicht keine Rolle spielt. In der Praxis stehen dahinter meistens vier Dinge: ein Cookie-Banner oder eine Geo-Weiterleitung, die dem Crawler etwas anderes zeigt als dem Nutzer, ein Tracking-Redirect über einen Drittanbieter, den Google nicht auflösen kann, ein zweites Konto, das jemand im Team einmal zum Testen angelegt hat, und eine Anzeige, die nach einer Ablehnung leicht umformuliert neu eingereicht wurde.
Malware und unerwünschte Software
Software, die Geräte oder Netzwerke schädigen kann, sowie Programme, die den Nutzer täuschen. Betrifft dich auch dann, wenn du selbst nichts verteilst und deine Seite kompromittiert wurde.
Manipulierte Websites
Der Code deiner Seite wurde so verändert, dass Dritte davon profitieren, ohne dass du es weißt. Typisch sind eingeschleuste Weiterleitungen über ein veraltetes Plug-in oder ein kompromittiertes Theme.
Inakzeptable Geschäftspraktiken
Betrug durch Verschweigen oder Falschdarstellung von Unternehmens-, Produkt- oder Dienstleistungsinformationen.
Koordinierte irreführende Praktiken
Abgestimmtes Vorgehen mit anderen Websites bei verschleierter Identität.
Produktfälschungen
Nachahmerware, die sich als Markenware ausgibt. Trifft Marktplätze und Händler, die Sortimente von Dritten übernehmen, ohne sie zu prüfen.
So gehst du vor
Wenn eine Ablehnung aus dieser Gruppe kommt und dein Konto noch läuft, hast du Zeit gewonnen. Prüfe sofort die Weiterleitungsketten aller finalen URLs, den Crawler-Zugriff, das Cookie-Banner gegen den Googlebot und die Frage, ob im Unternehmen ein zweites Werbekonto existiert. Ist das Konto bereits gesperrt, geht es unten weiter.
Korrigieren oder Einspruch einlegen
Entscheide dich für einen Weg. Wenn die Ablehnung zutrifft und nachvollziehbar ist, korrigierst du sie. Wenn sie falsch ist, kannst du Einspruch einlegen.
Korrektur
Anzeige bearbeiten, speichern. Google prüft danach automatisch erneut. Wenn du nicht genau weißt, was du ändern sollst, lies dir die Informationen zum Ablehnungsgrund genauer durch und vergleiche sie mit dem abgelehnten Asset. In den meisten Fällen ist schnell ersichtlich, was der Grund für die Ablehnung war. Achte darauf, dass deine Änderung so deutlich ist, dass der Grund wirklich behoben ist.
Einspruch
Dafür gibt es zwei Wege. Entweder direkt an der Anzeige über die Schaltfläche „Einspruch einlegen“ im Statusfenster. Oder gesammelt über „Verwaltung“, „Richtlinie“, „Anzeigen“ im Reiter „Richtlinienverstöße“. In beiden Fällen wählst du zwischen der Anfechtung der Entscheidung und der Bestätigung, dass du Änderungen zur Einhaltung der Richtlinie vorgenommen hast.
Bevor du einen Einspruch startest, wirf einen Blick in den Reiter „Einspruchsverlauf“ daneben. Dort steht, ob für diese Anzeige schon ein Einspruch läuft und wie frühere ausgegangen sind. Das ist relevant, weil die Zahl der Versuche begrenzt ist.
Pro Anzeige sind maximal drei Einsprüche möglich. Zwischen zwei Einsprüchen müssen mindestens 24 Stunden liegen. Seit dem 21. Juli 2026 kannst du nur noch Entscheidungen aus den letzten sechs Monaten anfechten.
Tipp: Lass pro Anzeigengruppe immer mindestens zwei Anzeigen laufen. Dann stoppt eine einzelne Ablehnung nicht die gesamte Auslieferung, während du korrigierst oder auf die Antwort zum Einspruch wartest.
Merkzettel, um Ablehnungen zu vermeiden
Landingpage
- Finale URL ohne Weiterleitungskette
- Domain der angezeigten URL identisch mit der finalen URL
- Kein robots.txt-Ausschluss, keine Bot-Firewall, kein Staging-Passwort
- Nutzer und Crawler sehen dasselbe, auch bei Geo-Weiterleitung und Cookie-Banner
- Gesamtpreis, Versandkosten und Vertragsbindung vor dem Checkout sichtbar
- Impressum, Datenschutzerklärung und Kontaktmöglichkeit vorhanden
Anzeige
- Jede Zahl im Text ist auf der Zielseite belegt
- Keine Versalien und keine Ausrufezeichen in Überschriften
- Keine Telefonnummer im Anzeigentext
- Keine doppelten Leerzeichen
- Keine fremden Marken im Text
- Werbendes Unternehmen und Produkt sind erkennbar
Konto
- Überprüfung des Werbetreibenden abgeschlossen
- Statusaktualisierung dauert bis zu fünf Werktage
- Konten können bis zum erfolgreichen Abschluss pausiert werden
- Ein Werbekonto pro Unternehmen, verwaltet über ein Verwaltungskonto
- Keine Testkonten und keine privaten Zweitkonten
Feed
- Produkte in eingeschränkten Kategorien per Ausschlussregel entfernen, bevor Shopping oder Performance Max sie ausspielt
- Regel vor dem Launch setzen, damit neue Produkte derselben Kategorie nicht denselben Fehler auslösen
Konto gesperrt: was jetzt?
Das Worst-Case-Szenario ist die vollständige Sperrung deines Google Ads Kontos. Spätestens wenn du dich bei Google Ads anmeldest, wird dir die untenstehende Meldung angezeigt. Bei Richtlinienverstößen führen zwei Gründe zu dieser Sperrung.

Grund 1: schwerwiegender Verstoß
Google sperrt sofort und ohne vorherige Warnung. Es gibt keine Verwarnungsstufen und keine Frist zum Nachbessern. Dazu zählen unter anderem Umgehung von Systemen, koordinierte irreführende Praktiken, Fälschung, Malware, inakzeptable Geschäftspraktiken und Verstöße gegen Handelssanktionen.
Grund 2: wiederholter Verstoß
Hier läuft das Verwarnungssystem. Der erste Verstoß bringt eine Warnung ohne Sperre. Die erste Verwarnung sperrt das Konto vorübergehend für drei Tage, die zweite für sieben Tage, die dritte führt zur dauerhaften Sperrung. Verwarnungen bleiben 90 Tage bestehen, wenn du keinen erfolgreichen Einspruch einlegst. Eine Sperrung wegen wiederholter Verstöße kündigt Google mindestens sieben Tage vorher an.
Getrennt davon zu betrachten sind Sperrungen wegen Problemen bei Abrechnung und Zahlungen sowie Konten, die bis zum Abschluss der Überprüfung des Werbetreibenden pausiert werden. Beides sind eigene Vorgänge mit eigenen Wegen.
Wo du deinen Stand siehst
Unter „Verwaltung“, „Richtlinie“, „Anzeigen“ im Reiter „Verwarnungsverlauf“. Stehen dort Einträge, läuft bei dir das Verwarnungssystem und du hast Zeit zu reagieren. Ist der Reiter leer und das Konto trotzdem gesperrt, spricht das für einen schwerwiegenden Verstoß. Was dir bleibt, ist der Lesezugriff auf Berichte und Kontodaten. Es läuft aber keine Anzeige mehr.

Google Ads Konto entsperren
Schritt 1: Kein neues Konto anlegen
Google weist darauf hin, dass nach einer Sperrung neu erstellte Konten ebenfalls gesperrt werden können und dass verknüpfte Konten mitbetroffen sind. Wenn dein Konto allein wegen eines verknüpften Kontos gesperrt wurde, wird es nach einem erfolgreichen Einspruch für das andere Konto automatisch reaktiviert.
Schritt 2: Ursache finden
Bei „Umgehung von Systemen“ bedeutet das beispielsweise, jede finale URL bis zur Endseite zu verfolgen, den Crawler-Zugriff zu prüfen, das Cookie-Banner mit einem Googlebot-User-Agent zu testen und im Unternehmen zu klären, ob irgendwo ein zweites Konto existiert.
Schritt 3: Reparieren, dann Einspruch
Ein Einspruch auf ein unverändertes Konto verbraucht einen von wenigen Versuchen.
Schritt 4: Einspruch stellen
Über den Kontakt-Link in der Kontobenachrichtigung, nicht über die Richtlinienseite. Die Richtlinienseite behandelt einzelne Anzeigen, die Kontosperrung läuft über ein eigenes Formular. Beschreibe darin, was die Ursache war, was du geändert hast und seit wann. Google verarbeitet exzessive Einsprüche nicht und kann die Prüfung bei Missbrauch der Funktion für sieben Tage aussetzen. Bei abgelehntem Einspruch ist in der Regel ein weiterer möglich. Für den Einspruch hast du mindestens sechs Monate Zeit.
Hinweis: Das Google Ads Werbekonto ist nicht zu verwechseln mit dem Google Unternehmensprofil. Es wird nach eigenen Richtlinien gesperrt und hat einen eigenen Weg zurück, den wir im Beitrag zum gesperrten Google Unternehmensprofil beschreiben.
Zwei Geheimnisse aus unserem Arbeitsalltag
Beides steht in keiner Google-Dokumentation. Es sind Beobachtungen aus unserer Arbeit mit Kundenkonten.
Wähle beim Support Englisch, wenn du die Wahl hast. Für englischsprachigen Support stehen deutlich mehr Mitarbeitende zur Verfügung als für deutschen. Bei einer Kontosperrung ist die Wartezeit auf eine deutschsprachige Rückmeldung deshalb die längere.
Die Kontostruktur entscheidet über die Qualität der Hilfe. In unserem eigenen Werbekonto, über das rund 3.500 Euro liefen, wurden Anzeigen abgelehnt. Über dieses Konto Support anzufordern war mühsam, die Kontaktwege waren dünn. Deshalb haben wir denselben Fall über unser Verwaltungskonto aufgemacht, über das wir unsere Kundenkonten betreuen. Das brachte schnelleren Zugang und deutlich bessere Antworten. Wer ein kleines Einzelkonto selbst betreibt, sollte das einkalkulieren, bevor der Ernstfall eintritt, oder auf eine Google Ads Agentur zugehen, die Troubleshooting anbietet.
Ein Fall aus diesem Jahr
Ein Unternehmen kam mit gesperrtem Konto zu uns, Grund laut Google „Umgehung von Systemen“. Der Betreiber hatte niemanden getäuscht. Gefunden hat er uns über ChatGPT, das er gefragt hatte, was bei einer Kontosperrung zu tun ist. Wir haben sein Konto an unser Verwaltungskonto angebunden. Damit standen sofort deutlich mehr Wege offen, den Support zu erreichen und die Sperrung aufheben zu lassen. Auf eigene Faust hätte ihn derselbe Fall mehr Zeit und mehr Geld gekostet.
Dein Konto ist gesperrt und du brauchst Hilfe?
Für abgelehnte Anzeigen und gesperrte Konten haben wir ein festes Stundenkontingent, mit dem wir die Ursache suchen, das Konto reparieren und den Einspruch für dich führen. Bleibt Zeit übrig, fließt sie in die Optimierung deiner Kampagnen.
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Häufige Fragen zu Google Ads Ablehnungsgründen
Wo finde ich den Richtlinienmanager in Google Ads?
Google hat die Seite umbenannt und in den Bereich „Verwaltung“ verschoben. Du erreichst sie über „Verwaltung“, dann „Richtlinie“, dann „Anzeigen“. Dort liegen die Reiter „Richtlinienverstöße“, „Einspruchsverlauf“ und „Verwarnungsverlauf“. Der alte Name begegnet dir an einzelnen Stellen im Interface weiterhin, etwa als Schaltfläche im Statusfenster einer Anzeige. Gemeint ist dieselbe Ansicht.
Wie lange dauert die Prüfung einer Anzeige?
Google prüft Anzeigen nach dem Speichern automatisch erneut und nennt in der Hilfe keine verbindliche Dauer. Reiche Änderungen deshalb nicht kurz vor Kampagnenstart ein.
Was bedeutet „Umgehung von Systemen“?
Google fasst darunter jeden Versuch, den Freigabeprozess für Anzeigen zu überlisten oder zu umgehen. Dazu zählen Cloaking, Weiterleitungen auf andere als die beworbene Seite, Klick-Tracker zur Verschleierung von Verstößen und der Betrieb mehrerer Konten. Konten werden bei diesem Verstoß sofort und ohne vorherige Warnung gesperrt.
Was sind „Unbewiesene Behauptungen“?
Laut Google falsche Behauptungen oder Behauptungen, die ein zwar mögliches, aber unwahrscheinliches Ereignis als wahrscheinlich darstellen. Typisch sind Versprechen zu Einkommen, Gewichtsverlust oder Heilung, die auf der Landingpage nicht belegt sind.
Wie oft kann ich Einspruch einlegen?
Maximal drei Einsprüche pro Anzeige mit mindestens 24 Stunden Abstand. Seit dem 21. Juli 2026 sind nur noch Entscheidungen aus den letzten sechs Monaten anfechtbar. Deine bisherigen Einsprüche findest du unter „Verwaltung“, „Richtlinie“, „Anzeigen“ im Reiter „Einspruchsverlauf“.
Mein Konto wurde gesperrt. Darf ich ein neues anlegen?
Nein. Google weist darauf hin, dass nach einer Sperrung neu erstellte Konten ebenfalls gesperrt werden können und dass verknüpfte Konten mitbetroffen sind. Der Weg führt über den Einspruch für das bestehende Konto.
Warum laufen meine Anzeigen kaum, obwohl sie freigegeben sind?
Wahrscheinlich greift die Begrenzung der Anzeigenbereitstellung. Google wendet sie auf Werbetreibende an, die sich noch nicht als vertrauenswürdig erwiesen haben, und nennt keine Dauer. Der Weg heraus führt über die abgeschlossene Überprüfung des Werbetreibenden und eine verstoßfreie Historie.
Wird bei einer abgelehnten Anzeige die ganze Anzeigengruppe gestoppt?
Nein. Betroffen ist die einzelne Anzeige oder das einzelne Asset. Mit mindestens zwei aktiven Anzeigen pro Anzeigengruppe läuft die Auslieferung weiter.